Bemühen wir mal eine der abgenutztesten Floskeln der Fußballschönrederei: Hätte man mir vor 15:30 Uhr einen Punkt gegen Bremen angeboten, hätte ich dankbar unterschrieben.
Hätte man ihn mir allerdings um 17:20 Uhr das selbe Angebot gemacht, hätte ich – bei selber Entscheidung – länger überlegt.
Es war ein äußerst merkwürdiges Spiel, in dem Werder Bremen als Tabellenzweiter uns als Abstiegskandidaten in jeder Sekunde überlegen war – der 1. FC Köln aber die besseren Chancen hatte.
Schon vorab war zu hören gewesen, dass Soldi auf den taktischen Tannenbaum setzen wollte – das klingt schön, ebenso wie die Zahlenreihe 4-3-2-1, trifft es aber doch eher weniger. Im Prinzip spielte man zwei Systeme, je nach Ballbesitz.
Bei gegnerischem Ballbesitz: -----------Novakovic----------- --------------------Chihi------ -------Podolski---------------- -----Pezzoni-Petit-Maniche----- -Ehret-Mohamad-Geromel-Schorch- ------------Kessler------------ Bei eigenem Ballbesitz: -----------Novakovic----------- ----Podolski-Maniche--Chihi---- ---------Pezzoni-Petit--------- -Ehret-Mohamad-Geromel-Schorch- ------------Kessler------------
Das bedeutete in erster Linie wahnsinnig viel Laufarbeit für Maniche und Podolski, die defensiv eingespannt waren, aber den Ball nach vorne tragen sollten. Das funktionierte natürlich nur selten, weil Bremen ungefähr zwei Drittel Ballbesitz hatte. Trotzdem: Wenn es funktionierte, wurde es schnell gefährlich. Ein Nationalmannschafts-Podolski, ein Vorsaisons-Novakovic und ein geschickterer Schorch und der FC hätte gute vier Tore schießen können. Rein hypothetisch natürlich.
Und Bremen hatte natürlich auch gute Chancen und die Lacher auf seiner Seite, als Mohamad für seine klare Notbremse keine rote Karte gegeben wurde. Geschenkt. Ebenso wie die Tatsache, dass Marko Marin für seine Fallsucht nicht Gelb sah. Denn eigentlich war das, was die FC-Spieler machten, ziemlich geschickt: Jedes Mal zu lamentieren, wenn Marin fällt. Ein Spieler, der in Köln aufgrund seiner Theatralik ohnehin schon unbeliebt ist (immerhin bescherte sie unserem Aleks Mitreski im Derby mal die gelb-rote Karte – der abgewehrte folgende Freistoß führte übrigens im direkten Gegenzug zum 2:1 durch Patrick Helmes), zieht damit den Unwillen von 45000 Zuschauern auf sich. Ein absolut legitimes Mittel gegen einen, der auch wenn er tatsächlich gefoult wird nie so fallen müsste wie er es tut.
Geschenkt auch der neuerliche Spontanauftritt von Thomas Kessler. Wer das Spiel heute gesehen hat, der weiß dass wir im Sommer, wenn Mondragon denn in Rente geht, ein Torwartproblem haben. Denn so nett und sympathisch und in der ersten Liga gegentorfrei Kessler auch ist, er bleibt ein Unsicherheitsfaktor bei hohen Bällen und harten Schüssen. In besonderen Situationen wie heute führt das zu einer noch solider stehenden Abwehr, im Tagesgeschäft funktioniert das nicht mehr.
Was macht eigentlich Ralf Fährmann? Auf der Bank sitzen? In Frankfurt? Tja.


Dezember 8th, 2009 - 17:11
[...] Flieg, kleiner Marinkäfer “Ebenso wie die Tatsache, dass Marko Marin für seine Fallsucht nicht Gelb sah. Denn eigentlich war das, was die FC-Spieler machten, ziemlich geschickt: Jedes Mal zu lamentieren, wenn Marin fällt.” Spielfeldrand – Das Magazin empfiehlt diese Angebote Sportwetten bei Interwetten.com Marktplatz (No Ratings Yet) Loading … Ähnliche Beiträge Gewinnspielwochen, Frage 5Gewinnspielwochen, Frage 4Gewinnspielwochen Frage 3Gewinnspielwochen, Frage 2Die Welt steht still Weitere Spielfeldrand-Empfehlungen 1. FC Köln Tickets + Hotel Fussballtickets bei Worldticketshop Sport-Tickets bei viagogo SPORTDISCOUNT.BIZ – hier finden Sie die riesen Auswahl an Fussballschuhen! Hinterlasse deine Meinung! [...]
Dezember 8th, 2009 - 18:45
Ich glaube nicht, dass Marin theatralischer fallen möchte als andere, er ist einfach mal keine 60kg schwer und plumpst einfachnicht, wie ein Toni oder Gomez.
Dazu würde ich einfach mal den Impulserhaltungssatz bemühen.
Rennt ein Mohamed von gut 80kg in einen Toni von gut 90+, passiert erstmal nicht viel, Mohamed prallt ab, Toni kippt in eine Richtung, der Kopf rotiert zum Schiri, wie die Kompassnadel nach Norden, die Gesichtsmuskeln kontrahieren und wummp, Aufschlag.
Rennt ein Mohamed von 80kg in einen Marin von kaum 60kg, bewegt sich Mohamed fast ungebremst weiter, während Marin, vom Impuls auf ein höheres Energieniveau angehoben, Energie in Form von Flug- und Abrollbewegung abbaut.
Ein weiterer Vergleich:
Eine Fliege ist nicht schneller als ein Mops, und trotzdem scheint die Fliege davonzurasen wie eine Rakete und der Mops wackelt halt so vor sich hin, aber beide mit ähnlicher Geschwindigkeit.
Ergo, es handelt sich hierum eine optische Täuschung, nicht um eine unsportliche vorsätzliche. :)
gruß,
ein Leichtgewicht :p