Der mit dem Ball jumpstylet.

März 10th, 2010

Dies soll ein Text über Sebastian Freis werden. Es soll keine Huldigung und keine Schmähung werden, eigentlich ist das Ende offen. Denn auch wenn der Typ jetzt seit acht Monaten in Köln ist, bin ich noch nicht schlau aus ihm geworden.

Immerhin ist er kein Unsympath. Er stänkert nicht rum, er bedeutet dem Publikum nicht still zu sein wenn er ein Tor schießt, er fällt nicht durch Schwalben oder Tätlichkeiten auf. Man könnte sagen, Sebastian Freis ist das Teflon unter den massenmedial präsentierten Fußballlern. Wäre da nicht seine Stimme, die nicht aus seinem Mund, sondern seinen Nasenlöchern zu kommen scheint und viel zu hoch ist für einen Mann seines Alters. Seis drum.

In Köln wie in Karlsruhe spielt Freis meistens auf der rechten Außenbahn, was heißt, dass er je nach Ballposition vorderer Rechtsverteidiger, Mittelfeldspieler oder Rechtsaußen ist. Am liebsten aber ist Sebastian Freis zentraler Stürmer, und seine Tragik besteht darin, dass er dort fast nie spielen darf, aber seine besten Szenen hat, wenn er einfach mal nach innen rückt.

Dann hat er ein Gespür für den richtigen Moment, um durch die Schnittstelle der Abwehr zu starten und alleine aufs Tor zuzulaufen. Außergewöhnlich schnell ist Freis nicht, aber es reicht für die meisten Innenverteidiger allemal.

Dann allerdings hat Freis den Ball und es wird brenzlig. Denn ein begnadeter Techniker ist er nicht. Sollte Freis jemals den Ball über den herauslaufenden Keeper ins Tor lupfen, trinke ich eine Flasche Rebellenblut auf ex und stelle das YouTube-Video davon hier online.

Freis also läuft auf den Torwart zu. Sein linker Fuß dient dazu, dass er nicht nur auf dem rechten hüpfen muss, also muss er irgendwie mit rechts schießen. In vier von fünf Fällen deutet er den Schuss an und versucht in vollem Lauf am Torwart vorbeizusprinten. In 2 dieser 5 Fälle gelingt ihm das, und ungefähr ein Mal erreicht er den Ball noch vor der Torauslinie, um ihn ins Tor zu schieben.

Versucht er diese Möglichkeit nicht, schießt Sebastian Freis einfach drauf. Und trifft mal das Tor, mal den Zaun dahinter und mal die Nase seines Gegenübers, das nicht immer René Adler heißen muss.

Aber immerhin macht Sebastian Freis manchmal was draus. Und er hängt sich immer rein. Der Ball ist nicht sein Freund, wie das bei Lukas Podolski ist, er ist auch nicht sein spanischer, tangotanzender Geliebter wie bei Bayerns Flügelspielern Ribéry und Robben. Ist der Ball bei Sebastian Freis, macht er was er will. Und weil Sebastian Freis brauchbar schnell und recht wendig ist, schafft er es, den Eskapaden des Balles zu folgen. Techniker, wie es die meisten Spitzen-Verteidiger mittlerweile sind, kommen da nicht mit. Ihnen gehorcht der Ball. Tut er es mal nicht, hat Freis seine Torchance.

Und dafür ist er doch eigentlich ganz brauchbar.

Wie das so ist mit uns Kölnern und Nichtkölnern, die in Köln Bundesligafußball sehen möchten: Wir sind himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Und über allem schwebt das Naturrecht auf die Champions League. Zumindest ist das bei den üblichen Verdächtigen (Bild, Express, Bayernblogger) ein Vorurteil, das sich so hartnäckig hält wie die Geschichte mit den bei Regen durch Hochgucken ertrinkenden Puten.

Aber weil wir jetzt zwei Mal in Folge verdient gegen den Tabellenführer unentschieden gespielt haben und beide Male durchaus die Möglichkeit hatten, den Siegtreffer zu erzielen (Gell, Basti Freis?), kann man sich schon mal fragen, wieso dann zwischendrin solche Dinger sein müssen wie gegen Stuttgart und Hoffenheim. Und optimistisch nach vorne gucken. Und weil ich weder genug Zeit noch genug Kreativität für 1425 Gründe (die Zahl scheint ja zum Fetisch aller Berichterstatter zu werden) hatte, gibt es halt 14,25.

1. Das neue System ist gefunden: Lukas Podolski darf in die Spitze, und der nur seiner Größe wegen als Mittelstürmerprototyp empfundene Milivoje Novakovic muss auf die Flügel. Beide Flügel, weil er sich da mit Sebastian Freis abwechseln darf (zu dem demnächst noch ein eigener Artikel kommt). Hinten schiebt Petit alle ankommenden Angriffe mit überragendem Stellungsspiel (isso!) auf die Flügel, wo sich zu unseren zwei Außenverteidigern dann noch jeweils ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler gesellt, der bei Ballbesitz mit nach vorne geht. Das ist laufintensiv, funktioniert aber.

2. Faryd Mondragon hat wieder Druck. Man sollte ihm am besten nur Dreimonatsverträge geben, denn sonst wird er anscheinend nachlässig. So nach der Vertragsverlängerung bis 2011 im Winter. Jetzt gibt es ein überaus konkret klingendes Gerücht, nachdem uns Tom Starke aus Duisburg verstärken soll, und er haut wieder Paraden raus, die man einem Baldvierziger nur zutraut, wenn er bei Bayern oder Stuttgart spielt.

3. Maniche bekommt Gegenwind. Zwar nicht offiziell, da stehen noch alle hinter ihm. Aber sein Status ist längst nicht mehr so sicher, wie es sein Name und sein Gehaltsscheck vermuten lassen. Das fördert das Gerechtigkeitsempfinden im Team und dürfte ihn zusätzlich motivieren. Eine direkte Folge der Einsätze von

4. Adam Matuschyk. Der Typ ist ein Phänomen auf seine eigene Weise. Nichtmal bei den Insidern der FC-Reserve wäre er als das nächste Eigengewächs mit Profiminuten vorgeschlagen worden, dafür war er zu unauffällig. Aufmerksam wurde man erstmals, als er aus der Regionalliga West heraus für die polnische Nationalmannschaft berufen wurde. Und ab da ging es aufwärts. Matuschyk mag aussehen wie der letzte verbliebene Tankwart, aber er zeigt Einsatzwillen, Passsicherheit, offensiven Mut und defensive Disziplin. Im Prinzip das, was man sich von Maniche erhofft hatte. Man kann davon ausgehen, dass er zunächst mal bei Soldo gesetzt ist.

5. Wir haben nur noch einen gelernte Außenverteidiger. Klingt erstmal paradox, außerdem ist ja Pierre Womé noch da. Der würde allerdings, wenn er nicht aus Afrika käme (Staatsbürgerschaft und so), längst bei der U23 spielen. Der Abschied im Sommer ist so sicher wie der Klassenerhalt des VfB Stuttgart. So ist nur noch Brecko da und muss nach links, während rechts McKenna spielt. Das freut einen für McKenna und sorgt dafür, dass man bei jeder Spielsituation drei Abwehrspieler hinten hat. McKenna ist nämlich das Gegenteil des Flügelflitzers. Und so kann sich Brecko vorne austoben, was durchaus funktioniert, wenn er seine Räume kriegt.

6. Der Vorsprung vor dem Relegationsplatz ist nicht zu groß. Die Punkte sind zwar ein schönes Polster, haben aber nichts mit “gesichertem Klassenerhalt” zu tun. Bequemlichkeit kann sich hier nicht breitmachen.

7. Man hat es selbst in der Hand. Gegen alle Vereine, die in der Tabelle unter Köln stehen, spielt man noch. Das sind Hertha, Hannover, Freiburg, Nürnberg, Bochum. Vier davon empfängt man in Müngersdorf. Gelegenheit genug, die Stadt mit überzeugenden Heimspielen hinter sich zu bringen.

8. Planungssicherheit. Der Kader der dritten Bundesligasaison infolge steht in Grundzügen. Es gilt nicht, um ein paar Stofffetzen herum eine Hose zu nähen, sondern die Löcher an Gesäß, Knie und Schienbein zu stopfen. Namentlich: Außenverteidiger, kreative Flügelspieler, ein Stürmer. Den Stürmer gibt es schon, und man darf auf Ionita mehr als gespannt sein. Zudem dürfte den Sommerabgängen schon klar sein, dass sie sich einen neue Verein suchen können und müssen. I’m a lookin at you, Manasseh Ishiaku und Pierre Womé. Einzig Maniche hätte noch die Möglichkeit sich festzuspielen, ansonsten darf man auf einen finanzstarken Ostverein hoffen, der ihn mit einem Fabelgehalt ködert.

9. Trainerfestigkeit. Ich gebe zu, ich habe Soldo schon verflucht. Aber der Typ sitz so ruhig und fest im Sattel, dass es eine Augenweide ist. Und im Gegensatz zu gewissen Unpersonen vorher hat er keine abstruse Ausstiegsklausel. Gleichzeitig spielt der FC  auch nicht einen solchen Wunderfußball, dass der HSV im Sommer bereit wäre, wieder mal einen Trainer aus seinem Vertrag herauszukaufen.

10. Lukas Podolski findet sich. So ein gutes Spiel von ihm habe ich zuletzt gegen Zypern, gegen Portugal und gegen Arminia Bielefeld im Jahr 2006 gesehen. Und ohne daraus einen Trend ableiten zu wollen: Da hat einer aus einer tiefen Krise (Argentinienspiel, Journalistenprügel, eintausendvierhunde.. ach ich hör schon auf) herausgefunden in ein gutes Spiel (Leverkusen) und ein exzellentes (Bayern, wie exzellent zeigt sich daran, dass die Notenamateure von Sportal sich nicht trauten, ihm die beste Note aller Spieler zu geben, während das für den kicker kein Problem war). Außerdem spielt er jetzt wie gesagt da, wo er hinwollte, und das macht er gut.

11. Das Umfeld ist mal ruhig. Natürlich gibt es immer Versuche, durch hanebüchene Geschichten irgendwelche Skandale in den Verein zu schreiben, aber wirklich aufgenommen werden diese nicht. Es ging nichtmal ein Aufschrei rum, als Wolfgang Overath in der Bild gegen die 50+1-Regel schoss und damit implizierte, einen Investor für den Verein zu suchen.

12. Leverkusen und Gladbach straucheln. Während man die Bayer-Initiative getrost in ihrer eigenen Liga spielen lassen kann (machen ja auch gute Arbeit), muss man bei Mönchengladbach doch genauer hingucken. Die werden nämlich schon seit Saisonbeginn derart gelobt, dass man sie um die Europa League-Plätze mitspielen sehen müsste. Aber die sind ganz nah bei uns. Und so gehypte Leute wie Dante (geiler Typ, sollte angeblich ja auch mal zu uns) kommen in eine Formkrise. Und das Geld sitzt nach den (guten) Panikkäufen des letzten Winters auch nicht mehr so locker. Ich bin gespannt, wer da am Ende vorne steht.

13. Die wirklich harten Gegner haben wir hinter uns. Bayern? Done. Leverkusen? Done. Schalke? Damn. HSV? Done. Dortmund? Doppel-Damn. Stuttgart? Reden wir nicht drüber. Die stärksten Vereine der Liga haben wir schon überstanden. Sicher kann man noch einige Niederlagen fest einplanen (Hoffenheim, Bremen), aber eigentlich sind sie alle schlagbar. Solange man einen guten Tag erwischt.

14. Die Sprache Deutsch setzt sich durch. Genau weiß ich es natürlich nicht, aber was man so hört ist, dass sich da langsam eine Elf durchsetzt, die problemlos miteinander kommunizieren kann. Pedro Geromel lernt schneller deutsch als jeder Schweizer, Youssef Mohamad ist als Kapitän auch vorne dabei. Das heißt, in der Startelf standen gegen Bayern nur Faryd Mondragon, Petit und Maniche als Fremdsprachler. Außerdem immerhin mit Podolski, Freis, und Matuschyk drei Deutsche, von denen zwei Eigengewächse sind. Pezzoni und Chihi als Stammkräfte sind verletzt. Da wächst was.

14,25: Nur ein Viertelgrund: Ich hab ein gutes Gefühl. Mag aber auch am Wetter liegen.

Zwischen allen Stühlen

Februar 20th, 2010

Es waren merkwürdige FC-Wochen. Man dachte, jetzt würde alles gut, man war punktgleich mit Mönchengladbach und Hoffenheim. Und dann kommen Augsburg und Schalke, und alles ist wieder schlecht?

Die Wahrheit sitzt genauso zwischen den Stühlen wie der FC. Das Augsburg-Spiel war in jeder Hinsicht miserabel. Der FC geriet mal wieder unglaublich früh und unglaublich dumm in Rückstand – wie kann es sein dass ein Typ, der quasi alle Tore für den Gegner erzielt, im Fünfmeterraum ungedeckt bleibt? Kapiere ich nicht.

Aber man sollte auch nicht Thorsten Kinhöfer vergessen. Ich habe noch nie einen so schlimmen, schlechten Schiedsrichter gesehen wie in dieser Partie. Eine indiskutable rote Karte für Adil Chihi, da gibt es wohl kaum zwei Meinungen. Jeweils zwei gelbe Karten für Podolski und Petit für Meckern, während Augsburgs Sinkala alles und jeden ungestraft umholzen durfte. Maniche bekommt Gelb dafür, dass er gefoult wird und verletzt vom Feld muss. Es ist alles unverständlich.

In Schalke ging es genauso weiter. Ein im Prinzip solides Spiel ohne irgendwelchen Druck nach vorne, dann der übliche Schalker Freistoß-Treffer, und dann übt sich der Schiedsrichter mal wieder in kreativer Regelauslegung. Chihi bekommt den Ball, rennt in den Strafraum, und in einer unnachahmlichen Art schafft es Schalkes Schmitz, in einem einzigen Bewegungsablauf im Sechzehner erst Hand zu spielen und dann Chihi umzureißen. Es gibt Abstoß für Schalke.

Nun muss nahezu jede Mannschaft mit Fehlentscheidungen umgehen – Hoffenheim hat das gestern zum Beispiel getan. Trotzdem hilft es, die Situation zu verstehen. Und eigentlich ist es auch gar nicht schlimm, gegen Schalke zu verlieren. Und dass sowas wie gegen Augsburg passiert, macht den Pokalwettbewerb doch erst möglich.

Sorgen macht mit Lukas Podolski, der einfach in keiner Weise zu seinem Spiel findet. Der Grund dafür ist mir unersichtlich. Vielleicht hat er soviel Angst, dass ihm Egoismus vorgeworfen wird, dass er sich nicht einmal steil schicken lässt.

In einer Viertelstunde geht es gegen den VfB Stuttgart. Sicher eingeplante 0 Punkte. Wir werden sehen.

Holpriger Titel, aber immerhin den Siegtorschützen ebenso untergebracht wie eine Hommage an Muff Potter.

Wer hätte das gedacht. Ohne Novakovic und Podolski läuft alles besser. Kaum fallen beide aus, schießt der FC in 200 Minuten 7 Tore und holt 6 Punkte. Ein Sebastian Freis zeigt plötzlich, dass er Fußball spielen kann. Ein Maniche schießt sein erstes Tor für den FC. Ein Petit stellt die Räume zu und ein Womé spielt fast fehlerlos.

Einzig: Das läuft alles nur auswärts. Da, in der Auswärtstabelle, steht der 1. FC Köln auf Platz 6. Vor dem HSV, vor Hoffenheim, vor Mainz, vor Mönchengladbach und vielen anderen. Zuhause dagegen hat man wieder Schiss vor Pfiffen, vor Druck und dem Express. Oder so. Ich erwarte jedenfalls nichts  für den kommenden Samstag, wenn es gegen den angeschlagenen HSV geht.

Das Spiel heute war zunächst einmal typisch. Soldo hatte im Vorfeld verlauten lassen, man habe gewisse Schwierigkeiten der Eintracht bemerkt, das Spiel selbst zu gestalten. Also versuchte der FC, die Frankfurter genau dazu zu zwingen. Was insofern funktionierte, dass es nur wenige Chancen gab, auf FC-Seite sogar kaum eine nennenswerte.

In Hälfte 2 wurde es dann beidseitig besser – weil beide merkten, dass drei Punkte ne verdammt gute Sache wären.

Das letzten Endes der FC das 1:0 schoss, verdankt er Marco Russ und Sebastian Freis. Freis, weil er von links schön in die Mitte zog und statt den halbgaren Abschluss zu suchen in die Mitte legte. Und Russ, weil er davon so überrumpelt war, dass Maniche den Ball freistehend am Elfmeterpunkt annehmen und, ganz ladylike, per Außenrist ins Tor bugsierte.

Das 1:1 dagegen musste wieder nach einer Ecke fallen. Das ist mittlerweile besorgniserregend, wie anfällig man bei Standards ist. Fünf der letzten sechs Gegentore fielen nach Standards, das dürfte einen Spitzenwert darstellen.

Den Siegtreffer besorgte dann wiederum Marco Russ. Was man dabei nicht vergessen darf, ist dass Petits Freistoß zuvor sehr gut geschossen war – Nikolov war nicht umsonst auf dem Weg in die falsche Ecke.

Es bleiben Erkenntnisse haften. Mondragon ist wieder auf Hinrundenniveau angekommen und macht Freude. Maniche ist auf der offensiven zentralen Position mittlerweile ziemlich gut aufgehoben. Aber am wichtigsten: Zoran Tosic zeigt das, was ich mir von ihm erhofft habe. Ein bisschen Arschlochattitüde, aber vor allem kleine Geistesblitze und schöne Dribblings. Genau das hat uns noch gefehlt. Noch 14 Spiele hat er, um uns Freude zu machen. Hoffen wir, dass das klappt.

24 Punkte sind es jetzt, sieben Punkte vor dem Relegationsplatz. Und wenn man sich Hannover und Hertha anguckt, dazu noch Freiburg und auch Nürnberg, dann dürften die das da unten unter sich ausmachen. Bis dahin gilt es, die Konzentration zu wahren. Und nicht in Panik zu verfallen, wenn es in den nächsten Wochen nicht so einfach läuft. Immerhin heißen die Begegnungen in den nächsten Wochen: HSV, Schalke, Stuttgart, Leverkusen, Bayern. Es wäre sehr ungünstig, aber keine Schande, da punktlos rauszugehen.

Immerhin gibt es dazwischen noch ein Highlight. Am 10. Februar spielt man in Augsburg um die Halbfinalteilnahme im DFB-Pokal. Nicht auszudenken was passiert, wenn wir das gewinnen. Nicht unmöglich, das zu verlieren. Augsburg ist ne gute Mannschaft. Aber dazu später mehr.

Die Noten, mal wieder: Mondragon (3) – Womé (4), Mohamad (3), Geromel (3), Brecko (3) – Petit (2), Pezzoni (3) – Yalcin (4), Maniche (2,5), Chihi (3), Freis (2,5)

Die Trainerentlasser

Januar 30th, 2010

Schon vor dem Spiel gegen Wolfsburg und der bei Sieg zu erwartenden Entlassung Armin Vehs überlegte ich, ob es Vereine gibt, die überdurchschnittlich oft für die Entlassung eines Trainers sorgen. Grundsätzlich dürften das ja eher unterklassige Vereine sein, gegen die auch ein angeschlagener Trainer bitte gewinnen sollte – tut er das nicht, ist er geliefert.

Vorliegend nun das Werk der letzten Stunde. Zugrunde liegt die Klickstrecke der Sportschau zu den Erstliga-Entlassungen der letzten fünf Jahre. Nicht gezählt wurden freiwillige Rücktritte (z.B. Daum), ausgelaufene Verträge (Meyer in Gladbach) und Entlassungen nach dem Saisonfazit (Funkel in Frankfurt, Skibbe in Leverkusen).

1. 1. FC Köln 4
  FSV Mainz 05  
2. VfL Bochum 3
3. 1. FC Nürnberg 2
  Arminia Bielefeld  
  Borussia Dortmund  
  Werder Bremen  

 

Jeweils eine Trainerentlassung besorgt haben: Hoffenheim, Leverkusen, Bayern, Schalke, der HSV, Hertha BSC, Rostock, Aachen, Cottbus und Kaiserslautern.

Also an der Spitze drei zwischen den Ligen pendelnde Vereine, ebenso Nürnberg und Bielefeld. Borussia Dortmund ist es als einzigem Verein gelungen, gleich zwei Trainer eines Vereins abzumelden (Frontzeck und Middendorp in Bielefeld).

Leg dich nicht mit Zoran an

Januar 27th, 2010

Entgegen aller eh niemals geglaubten Beteuerungen hat der 1. FC Köln jetzt also doch seinen ersten Winterzugang (und ich bin mir fast sicher, dass es der einzige bleibt). Zoran Tosic kommt leihweise von Manchester United.

In der Kölner Tagespresse war bis zuletzt fest davon ausgegangen worden, dass der FC eine Kaufoption erhalten würde – ich bezweifelte das von Anfang an. Einen 22 Jahre alten Spieler, vor einem Jahr für angeblich 7 Millionen Euro gekauft, schiebt man nicht so leicht an einen höchstens mittelklassigen Verein ab, der sich diesen Spieler dann auch erstmal ohne Risiko angucken kann.

Also, laut kicker, ohne Kaufoption. Was eine Weiterverpflichtung über den Sommer hinaus nicht ausschließt, aber unwahrscheinlich macht. Natürlich hat diese Konstellation durchaus ihre Nachteile. Die Leihgebühr ist unwiderbringlich weg, eine “Wertanlage” ist Tosic also nicht. Für ihn muss sich ein anderer Spieler, dessen Vertrag noch länger läuft, auf die Bank setzen. Das betrifft, je nach geplanter Position für Tosic Leute wie Ehret (guter Saisonanfang), Freis (guter Rückrundenanfang), Maniche (Troublemaker-Potenzial, leicht aufsteigende Formkurve).

Trotzdem muss man sich mal vorstellen, dass wir jetzt für 15 ausstehende Bundesligaspiele und im Optimum drei DFB-Pokalspiele einen Spieler haben, der vor einem Jahr 7 Millionen Euro wert war, der schon mal für Manchester United gespielt hat, der Nationalspieler ist. Und motiviert dazu, denn immerhin ließ er sich nur ausleihen, um Chancen auf die WM zu haben. Vorzuspielen dürfte ihm in Köln gelingen, alles weitere wird man sehen.

Den Namen Tosic kenne ich, um ehrlich zu sein, hauptsächlich durch den Bremer Linksverteidiger Dusko Tosic, den in Köln sicherlich keiner gerne sehen möchte. Zwei Einsätze für die erste Mannschaft von Manchester hat Tosic absolviert, das ist nicht viel. Aber dort hat er immerhin auch Leute wie Ryan Giggs vor sich. Keine Schande, da nicht zu spielen.

Daher habe ich wenig zum Spieler selbst zu sagen. Der kicker sagt, es ist ein Typ wie Marin. Techniker, wuselig, schnell, aber ohne Defensivinstinkt. Ich sage mal: Das ist nicht so schlimm. In Zeiten, in denen Lukas Podolski manchmal den Aushilfs-Sechser gibt, können wir einen vertragen, der nicht ausschließlich defensiv denkt. Einen Dribbler, den können wir aber gebrauchen. Der fehlt nämlich, seit Nemanja Vucicevic nach Israel gegangen ist. Und auch wenn wir Vucicevic oft verfluchten, wenn er nach dem dritten ausgedribbelten Gegner dann am vierten hängen blieb, es fehlt doch einer, der nicht sofort den Pass sucht, sondern auch mal aus Eigenantrieb eine neue Spielsituation herstellt.

Ein sinnvoller Transfer also. 1,5 Jahre Ausleihe, quasi das Kroos-Modell, wären natürlich besser gewesen. Aber was, wenn man doch noch absteigt? Dann hat man da einen Typen, der nicht mehr motiviert ist, und der ein ManU-Gehalt verdient. Also lieber so rum. Und ein halbes Jahr Zeit, einen Spieler zu finden, der das bietet, was Tosic anscheinend verspricht.

Herzlich Willkommen.

Der alte Affe Klick

Januar 3rd, 2010

Man muss sich Online-Sportjournalismus als eine Industrie vorstellen, in der Praktikanten, Volontäre und wenige Festangestellte möglichst viel Text produzieren, für den möglichst viel geklickt werden muss. Relevante Parameter sind dafür Sensationswert, Schnelligkeit, Klickstreckentauglichkeit.

Weder erzähle ich damit jetzt Neues noch mit der Leier, dass elementare Grundanforderungen wie Recherche kaum noch stattfinden. Trotzdem nervt es mich. Mich nervt, dass ich bei ausgewählten Sportblogs mittlerweile durchgehend mehr Qualität erwarten kann als bei einschlägigen Online-Sportportalen, die keine Printredaktion hinter sich haben.

Es geht nicht darum, ständig investigative Berichte zu lesen. Oder alles schwarz zu malen. Gerade bei Spox kann man manchmal wirklich lesenswerte Interviews und Geschichten entdecken. Aber das Tagwerk sind eben doch hastig, schludrig und beliebig zusammengeschüttete Texte, die Klicks bringen sollen.

Warum ich das alles erzähle? Weil oben genanntes Spox heute ein schönes Beispiel für die Peinlichkeit lieferte, die sich heute Onlinejournalismus nennt. Der Spox-Tagesticker bringt über den Tag verteilt Agenturmeldungen, Sportlerzitate aus Zeitungsartikeln (nahezu ausschließlich online – anscheinend ist einem in München der Print-Kicker zu teuer), aber hauptsächlich: Transfergerüchte. Gefühlt sind 80% aller im Ticker gemeldeten Neuigkeiten obskure Transferspekulationen aus der italienischen, spanischen, englischen Presse.

Heute machte der Tagesticker um 17:13 mit folgender Mitteilung auf, die sogleich auch zum Startseitenteaser wurde:

17.13 Uhr: Zvejzdan Misimovic zurück zum FCB? Der bosnische Mittelfeld-Stratege der Wölfe meint…ja! Wie der “Münchner Merkur” berichtet, kann sich Misimovic eine Rückkehr zu seiner ersten Bundesliga-Station gut vorstellen: “Ich würde gerne nochmal bei den Bayern spielen.” Misimovic als Zehner zurück zu den Bayern? Was haltet Ihr davon?

Was den eifrigen Spox-Redakteuren nicht auffiel: Ihre Quelle, der Münchner Merkur, war alt. In Internetzeiten sehr alt. Nämlich von Mai 2009. Wie also waren sie auf ihre “Nachricht” gekommen? Sie hatten im beliebtesten Inhaltsgenerator für Fußballschreiber nachgeguckt, der Gerüchteküche von transfermarkt.de. Und dort hatte gerade ein User namens Barmbekerjung, gesegnet mit ganzen 18 Postings bis heute abend, mehrere Threads aufgemacht, unter anderem jenen zu Misimovic mit der alten, inhaltlich gar veralteten Quelle, die er vollständig zitierte. Hätten die Spox-Redakteure also einfach nur ihre “Quelle” mal richtig gelesen, wäre ihnen sofort aufgefallen, dass das nicht stimmen kann. Hätten sie fünf Minuten gewartet bevor sie sich blamieren, hätten ihnen sogar die transfermarkt.de-User geholfen, die den Thread löschen ließen.

Oder sie hätten einfach Barmbekerjung beobachten können. Sein später eröffneter Gerüchtethread hieß “Jan Schlaudraff zu TuS Koblenz?”

2009 zu den Akten

Januar 2nd, 2010

Pünktlich nach 365 Tagen habe ich keine Lust mehr, die Zahlen “2009″ so hintereinander zu schreiben. 2010 klingt auch ganz gut. Um das absolvierte Jahr zu den Akten zu legen, meine Elf des abgelaufenen Kalenderjahres – aufgrund der Beobachtungsdichte naturgemäß bundesligadominiert.

Tor:

Manuel Neuer ist in einer weiterhin von spektakulären Paraden abhängigen Torhüterbewertungswelt ein Phänomen. Denn er zeigt nicht nur Reflexe, die mich an meine neurologischen Grenzen führen, er ist auch noch das beste Beispiel für einen modernen Torhüter. Er spielt mit, er läuft in die Flanken, aber das, was ihn von den Wieses und Adlers und Mondragons (= allen anderen) unterscheidet, ist seine Spieleröffnung. So weite und präzise Abwürfe, bis über die Mittellinie, würde ich gerne mit meinem rechten Fuß hinkriegen. Einer, der möglichst schnell weg müsste aus Schalke.

Abwehr

Dass Philipp Lahm in einer solchen Liste auftauchen muss, ist ja eigentlich klar. Umso bitterer, dass er nur noch hier als Linksverteidiger eingetragen ist. Lahm mag mittlerweile in allen Fußballdatenbanken der Welt als “beidfüßig” eingetragen sein, er bleibt aber ein Rechtsfuß mit einem gut geschulten linken Schuss. Das Problem dabei: Seine unmittelbare Torgefahr beim Zug nach Innen entfällt von rechts vollständig, weil für einen platzierten Schuss der linke Fuß nicht ausreicht – von links bleibt Lahm torgefährlich, kann aber auch mit links eine Flanke probieren, ohne damit zwangsläufig den Ball an den Gegner zu bringen.
Ebenso eindeutig ist natürlich, dass die Wahl des Innenverteidigers Nr.1 auf Pedro Geromel fällt. Das Gefühl, im eigenen Stadion, im eigenen Trikot, einen wirklich großen Spieler zu sehen, hat man nicht so oft, wenn man wie wir vor Anpfiff Karnevalsmusik hören muss und Kölsch trinkt. Geromel ist so einer, den wir irgendwann so weit nach oben abgeben, dass wir uns drei bis vier Verstärkungen von ihm kaufen können. Ich hoffe bloß, dass es noch etwas dauert bis dahin.
Die zweite Innenverteidigerposition könnten viele belegen, und sicher hat der kicker Recht, wenn er die Hyypiäs und co dort hin setzt (obwohl Bordon doch langsam nachlässt). Ich setze dort trotzdem einfach Jerome Boateng ein, der für die Innenverteidigung vielleicht so etwas ist wie Manuel Neuer vor einiger Zeit fürs Tor: Der hochveranlagteste deutsche Spieler auf der Position, dem aber seine bisweilige Tollpatschigkeit noch im Wege steht. Belege lassen sich schnell viele finden, das Russland-Spiel, der Platzverweis gegen Bremen. Aber eben auch die unfassbar großartige U21-EM im Sommer, als er ganze Spiele mit den Zahlen 0 und 100% absolvierte. 0 Fouls gespielt, 100% Zweikämpfe gewonnen. Das ist der Jerome Boateng den wir sicher in einigen Jahren dauerhaft sehen. Und wenn er im Sommer tatsächlich für 12 Millionen Euro wechseln darf, dann sollte da jeder Verein dran sein, der 12 Millionen ausgeben kann.
Auf der rechten Defensivseite ist die Auswahl nicht so groß – zumal, wenn man die Sympathie mit hereinnimmt (wodurch Demel, Rafinha, Ochs, Diekmeier, Träsch und Fritz schon herausfallen). Deswegen bleiben mir hier nur zwei Möglichkeiten: Mich lächerlich machen und Miso Brecko wählen, oder Patrick Owomoyela die verdiente Ehrung zuzusprechen. Die ganze Dortmunder Mannschaft macht derzeit Spaß, aber bei Owomoyela war das in diesem Maße nicht abzusehen. Eine historische Ungerechtigkeit, dass er nicht mit nach Asien durfte, wo stattdessen Träsch den zweiten Weis geben durfte – einen im Schwäbisch-Badischen Spielenden, der für nicht mehr gut ist als Nutellareklame zu machen.

Mittelfeld
Im defensiven Mittelfeld finden sich oft die besten, aber unbeachtetesten Fußballer dieser Welt. Ganz anders sieht das bei Zé Roberto aus. Als im August herauskam, dass er nicht ganz ablösefrei zum HSV gewechselt war, sondern 4 Millionen Euro Ablöse gekostet hatte, war das kaum ein großer Skandal – weil er trotz seines fortgeschrittenen Alters dieses Geld noch mehr als wert ist. Und dies zeigt er auch Leuten, die sonst nicht viel mit Fußball am Hut haben. Denn neben seinen neuentdeckten Defensivqualitäten spielt er auf offensiv noch einen Fußball, der jeden Erstligisten weiterbringen würde.
Auf dem linken offensiven Flügel darf sich einer durchsetzen, der trotz seiner Herkunft schon länger in meinem Fußballherz wohnt: Marcell Jansen. Als Linksverteidiger mit Defensivwacklern, nach vorne nun zum Ende der Hinrunde nun endlich in der Form, die ihn zurück in die Nationalelf spülen dürfte. Neben Schnelligkeit, Technik und Torabschluss bringt er auch noch die körperliche Robustheit und mentale Stabilität mit, die den Typus Flügelspieler ausmachen, der nicht bei jeder Gelegenheit erst herumwuselt und dann umfällt (Parallelen zu Marko Marin sind unbeabsichtigt, aber erwünscht).
Auf der rechten Seite spielt ein Teamkollege Jansens, der nicht unbedingt auf diese Seite gehört, aber unbedingt untergebracht werden musste: Eljero Elia. Ich muss zugeben, vor seinem Wechsel zum HSV nicht von ihm gehört zu haben. Dafür habe ich jetzt schon relativ viele Spiele von ihm gesehen. Man ist geneigt, ihn schnell in die Schublade des schnellen Dribblers zu stecken, der ballverliebt mit ein paar Übersteigern vorbeigeht. Marko Marin für Internationalisten oder so. Aber Elia ist viel mehr. Einer, der gerne hinter die Mittellinie zurückgeht und die Bälle erobert, der mehr Kilometer läuft als die meisten seiner Mitspieler, der den Abschluss genauso sucht wie den besser stehenden Mannschaftskollegen. Ich bin mir sicher: Wenn Ribéry im Sommer nach Madrid zieht, dann geht recht bald ein Fax aus München nach Hamburg. Man sollte hoffen, es kommt dort nicht an.
Im offensiven Mittelfeld der einzige Nicht-Bundesliga-Spieler für 2009. Es ist aber nunmal einfach so, dass ich mich jedes Mal freue, wenn ich Andres Iniesta im Fernsehen bewundern kann. Der kleine Junge mit dem Mondgesicht, dessen Augen die naive Bewunderung für den Fußball ausstrahlen, erzeugt den Eindruck, es hier mit dem Rain Man der Champions League zu tun zu haben. Mein persönlicher Weltfußballer 2009.

Sturm
In Deutschland kommt man für 2009 kaum am Wolfsburger Sturm vorbei. Folgerichtig hier dann auch Edin Dzeko vor Grafite, der in der zweiten Jahreshälfte vollständig abtauchte. Dzeko ist zudem jünger und scheint überall klarzukommen, in allen Systemen, in seinen beiden Mannschaften. Die Zeitungen scheinen Spaß daran zu haben, über seine Ablösesumme im Sommer zu spekulieren. 40 Millionen, heißt es grade. Guckt man sich den heutigen Markt an, ist das sicher nicht zu viel.
Etwas weiter aus dem Fenster geht es bei Dzekos Sturmpartner Patrick Helmes. Der hat immerhin die gesamte Hinrunde nicht gespielt, seiner Verletzungsanfälligkeit sei Dank. Dennoch bleibt er einer meiner Lieblingsspieler überhaupt – und ein Beispiel für die gute Jugendarbeit des 1. FC Köln. Drei Nationalspieler haben nur wenige Vereine hervorgebracht, die ständig zwischen Liga 1 und 2 herumpendelten. Und auch wenn Helmes jetzt beim Ausbildungskaufverein Nr. 1 spielt, ist er weiterhin ein großartiger Stürmer. Und einer, der nochmal ordentlich Wirbel in den WM-Kader bringen dürfte.

Liveblog: Effzeh – Glubb

Dezember 20th, 2009

Die beiden spielschwächsten Mannschaften der Liga treffen aufeinander – da muss ich dabei sein. Jetzt live!

Flieg, kleiner Marinkäfer

Dezember 6th, 2009

Bemühen wir mal eine der abgenutztesten Floskeln der Fußballschönrederei: Hätte man mir vor 15:30 Uhr einen Punkt gegen Bremen angeboten, hätte ich dankbar unterschrieben.

Hätte man ihn mir allerdings um 17:20 Uhr das selbe Angebot gemacht, hätte ich – bei selber Entscheidung – länger überlegt.

Es war ein äußerst merkwürdiges Spiel, in dem Werder Bremen als Tabellenzweiter uns als Abstiegskandidaten in jeder Sekunde überlegen war – der 1. FC Köln aber die besseren Chancen hatte.

Schon vorab war zu hören gewesen, dass Soldi auf den taktischen Tannenbaum setzen wollte – das klingt schön, ebenso wie die Zahlenreihe 4-3-2-1, trifft es aber doch eher weniger. Im Prinzip spielte man zwei Systeme, je nach Ballbesitz.

Bei gegnerischem Ballbesitz:
-----------Novakovic-----------
--------------------Chihi------
-------Podolski----------------
-----Pezzoni-Petit-Maniche-----
-Ehret-Mohamad-Geromel-Schorch-
------------Kessler------------

Bei eigenem Ballbesitz:
-----------Novakovic-----------
----Podolski-Maniche--Chihi----
---------Pezzoni-Petit---------
-Ehret-Mohamad-Geromel-Schorch-
------------Kessler------------

Das bedeutete in erster Linie wahnsinnig viel Laufarbeit für Maniche und Podolski, die defensiv eingespannt waren, aber den Ball nach vorne tragen sollten. Das funktionierte natürlich nur selten, weil Bremen ungefähr zwei Drittel Ballbesitz hatte. Trotzdem: Wenn es funktionierte, wurde es schnell gefährlich. Ein Nationalmannschafts-Podolski, ein Vorsaisons-Novakovic und ein geschickterer Schorch und der FC hätte gute vier Tore schießen können. Rein hypothetisch natürlich.

Und Bremen hatte natürlich auch gute Chancen und die Lacher auf seiner Seite, als Mohamad für seine klare Notbremse keine rote Karte gegeben wurde. Geschenkt. Ebenso wie die Tatsache, dass Marko Marin für seine Fallsucht nicht Gelb sah. Denn eigentlich war das, was die FC-Spieler machten, ziemlich geschickt: Jedes Mal zu lamentieren, wenn Marin fällt. Ein Spieler, der in Köln aufgrund seiner Theatralik ohnehin schon unbeliebt ist (immerhin bescherte sie unserem Aleks Mitreski im Derby mal die gelb-rote Karte – der abgewehrte folgende Freistoß führte übrigens im direkten Gegenzug zum 2:1 durch Patrick Helmes), zieht damit den Unwillen von 45000 Zuschauern auf sich. Ein absolut legitimes Mittel gegen einen, der auch wenn er tatsächlich gefoult wird nie so fallen müsste wie er es tut.

Geschenkt auch der neuerliche Spontanauftritt von Thomas Kessler. Wer das Spiel heute gesehen hat, der weiß dass wir im Sommer, wenn Mondragon denn in Rente geht, ein Torwartproblem haben. Denn so nett und sympathisch und in der ersten Liga gegentorfrei Kessler auch ist, er bleibt ein Unsicherheitsfaktor bei hohen Bällen und harten Schüssen. In besonderen Situationen wie heute führt das zu einer noch solider stehenden Abwehr, im Tagesgeschäft funktioniert das nicht mehr.

Was macht eigentlich Ralf Fährmann? Auf der Bank sitzen? In Frankfurt? Tja.

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