Sportteil

Gestern habe ich Bundesligakonferenz geguckt, weil mir in Köln alles egal war (außer einem Schalker Kantersieg). Ich kenne also nur ein paar Spielberichte. Nun hat Köln gewonnen, und weil sonst auch alle für uns spielten, geht diese Saison auf Platz 10 zuende, punktgleich mit schwerreichen Hamburgern und hochgelobten Freiburgern vom Sportclub Cissé. Vor Schalke, Bremen, Stuttgart und Hoffenheim. Gerade letzteres schön für mich in meiner neuen geographischen Lage. Mehr dazu später.

Gegen Schalke wurde mit Glück gewonnen. Drei Pfostentreffer von Schalke kann man nicht so wegwischen. Aber: Gute Spielzüge und zwei wunderschöne Tore für Köln aber auch nicht. Brecko scheint den Druck einer Neuverpflichtung auf seiner Position zu spüren und bereitet in den letzten Wochen fast so viele (2) Tore direkt vor wie in seiner gesamten Bundesligakarriere davor (3). Novakovic trifft zuhause weiter nach Belieben, Mato Jajalo empfiehlt sich nachhaltig für das Ziehen seiner Kaufoption. Und am Ende dürfen alle feiern, außer den mitgereisten Schalkern, die langsam Muffensausen angesichts des Pokalfinales bekommen dürften.

Es gibt nicht viel zu sagen über dieses Spiel. Außer: Gute Besserung, Petit. Einen Kreuzbandriss im allerletzten Spiel wünscht man niemandem. Den Wechsel in eine lukrative Scheichliga dürfte das unmöglich machen. Das Karriereende ruft. Oder bleibt er doch in Köln? In 6 Wochen würde die Berufsgenossenschaft für sein Gehalt einspringen, bis er fit ist würde er den Verein nichts kosten. Warum nicht? Einfach mal den neuen Trainer fragen.

34. Spieltag: Live

Mai 14th, 2011

Schaefer geht.

April 19th, 2011

Man weiß ja gar nicht so recht, was man sagen soll. Deswegen auch keine knackige, doppelbödige Überschrift. Frank Schaefer wird in der kommenden Saison nicht der Trainer des 1. FC Köln sein. Und so will ich, bevor bei mir die Angst vor einem Trainer Skibbe Überhand nimmt, noch einmal zurückgucken.

Frank Schaefer wurde Trainer des 1. FC Köln in einer extrem tiefen Vereinskrise. Seit zwei Jahren spielte man den schlechtesten Fußball aller Erstligateams und hatte mit viel Glück und wenigen Toren jeweils die Klasse gehalten. Doch wo der nächste Schritt hätte kommen sollen, die langsame Konsolidierung in Liga 1, lag alles in Trümmern. Die Team-Atmosphäre, die sportliche Perspektive, die finanzielle Lage. Und so musste als erstes Zvonimir Soldo gehen, der den Verein in schläfrig-ruhige Fahrwasser gesteuert hatte und dabei selbst eingenickt war. Soldo war nur das Symptom der Meier-Situation, die wenig später gelöst wurde.

Frank Schaefer war die interne, die kleine Lösung, und das hatte schon direkt am Anfang mehrere Vorteile. Er war nicht teuer, er kannte den Verein, den Profikader wie auch die Reservemannschaft und er galt als Wunschkandidat des Express, der manchmal mächtiger zu sein scheint als Vereinspräsident und Hennes-Pfleger zusammen. Und weil Schaefer zwei Spiele, im Pokal gegen 1860 und in der Liga gegen den HSV, überzeugend gewann, verzieh man ihm auch die knallende Niederlage gegen Mönchengladbach. Schaefer schien den Ton zu treffen. Und es wurde Stück für Stück besser. Dazu gehörte auch, dass der Verein im Post-Meier-Vakuum seine besten Transfers der letzten Jahre tätigte, also ohne sportlichen Leiter Eichner, Rensing und Peszko für zusammen knapp 600.000€ einkaufte.

Die Serie von sieben Heimsiegen in Folge scheint schier unglaublich. Und wie schwierig dieser Verein zur Zeit ist sieht man daran, wie eng wir trotz dieser Siegesserie noch am Abstiegsplatz sind. Dass der 1. FC Köln überhaupt die Chance hat, nächste Saison erstklassig zu spielen, das ist in erster Linie Verdienst von Frank Schaefer, der ein festes Spielsystem installierte, Schlüsselspielern Vertrauen und feste Position gab und ganz offenbar die Fähigkeit zur Motivation vor heimischem Publikum hatte.

Doch, so ehrlich muss man sein, es gab auch Probleme. 6 Auswärtspunkte über die ganze Saison gesehen sind eine unfassbar miserable Ausbeute. Im Winter nahm er Youssef Mohamad zu Recht die Kapitänsbinde ab, die er ihm vorher ohne Not zu behalten versprochen hatte. Aus der U23-Mannschaft konnte er keinen Spieler hochziehen, sieht man mal vom überforderten Simon Terodde ab.

Trotzdem ist es schade, dass er jetzt geht. Und dieser Schritt nötigt mir Hochachtung ab. Ich glaube nicht, dass es an den vielen internen Gründen lag. Nicht daran, dass Volker Finke sich gerne einmischt, daran dass eben dieser Finke ohne Not den Religiösitätsgrad des Trainers zum Element der Debatte machte, daran dass der zunehmend vergreisende Wolfgang Overath lieber einen verdienten ehemaligen Profi auf der Bank haben möchte. Ich glaube, Frank Schaefer hat auch in der Rücktrittserklärung die Wahrheit gesagt, so wie er immer aufrichtig war. Diesem Mann liegt nichts an Rampenlicht, an Glamour, großer Karriere und Reichtümern auf dem Konto. Der Mann möchte in seiner Stadt, bei seinem Verein Fußball arbeiten, und er möchte irgendwann nach Hause gehen und Privat- und Familienmensch sein. Dass dieser Wunsch so außergewöhnlich erscheint verdeutlicht noch einmal, wie degeneriert narzisstisch der Profifußball ist. Ich finde es schade, dass Frank Schaefer geht, aber ich habe enormen Respekt vor dieser Entscheidung. Der Verein wäre gut beraten, diesen Mann so lange wie möglich zu halten, wo auch immer. An dem hat man was. Danke, Frank Schaefer.

“Mit McKenna und Mohamad haben wir zwei absolut erstligataugliche Innenverteidiger. Es gibt keine Notwendigkeit, für einen unbekannten Innenverteidiger aus einer fremden Liga 2,5 Millionen Euro auszugeben.”

Das habe ich, so ähnlich, geschrieben und gesagt. Kurz bevor ein gewisser Pedro Geromel in Köln unterschrieb. Einer, der bis zur Rückkehr Lukas Podolskis unser “Fußballgott” wurde, der mir den Glauben an das Gute, Schöne im Verteidigen zurückgab. An die Eleganz das Ballabnehmens.

Ich bin oft im Unrecht, im Nachhinein. Jeder ist das. Deswegen habe ich die Idee verworfen, Mario Baslers Saisonvorhersagen im Nachhinein zu zerfleddern, auch wenn gerade die Geschichte mit Kagawa und Schalke wunderbar zu lesen ist.

Tatsache ist, wir wissen nicht, was im Fußball passiert. Ein Geromel kann so gut sein wie er ist, hätte er in seinem ersten Spiel für den FC die rote Karte bekommen, die Mohamad am ersten Spieltag der laufenden Saison bekam, wäre er vielleicht niemals unser Fußballgott geworden. Kagawa hätte sich irgendetwas zerren könnten und wäre erstmal aus der Startelf geflogen, ein Ball kann an den Pfosten gehen oder rein, ein Schiedsrichter einen guten oder schlechten Tag haben. Es fließt alles in unsere Bewertungen ein, in die der Verantwortlichen und der Akteure selbst. Und es hat alles seinen Einfluss auf die Gegenwart und die Zukunft. Ich wollte einen Artikel über Geromel schreiben und am Ende kam das hier dabei heraus. So ist es nunmal.

Scheißjob.

April 7th, 2011

Und dann sitzt man da und hat es eigentlich geschafft und ist beim DFB für die Bestrafungen zuständig, man fühlt sich verbeamtet nur mit Fußball und eigentlich ist das echt gut, die Bösen bestrafen. Und dann tritt Diego, vor der Saison einer der schillerndsten Namen der Bundesliga, einem Noch-Frankfurter mit offenkundiger Absicht in die Ferse und der fällt, wie er niemals fallen müsste, wäre das die Fußgängerzone, wie er aber fallen muss, sobald er auf dem Platz ist. Und der Schiedsrichter guckt hin, sieht aber keinen Tritt und dann muss man überlegen, ob man diesen schillernden Namen endlich mal aus dem Verkehr zieht, dieses Herz des nahezu unendlich reichen Abstiegskandidaten mit dem Trainer, der in den letzten zehn Jahren gefühlt 11 Mal auf dem Cover des Fussball Manager war. Und man muss dabei nicht nur gucken ob da ein Tritt war, und es war ja klar ein Tritt da, sondern auch ob der Schiedsrichter hingeguckt hat und ja, er hat hingeguckt, und deswegen darf das Herz des nahezu unendlich reichen Abstiegskandidaten in den kommenden Wochen mitspielen und eigentlich findet das niemand gerecht außer dem Herzen des nahezu unendlich reichen Abstiegskandidaten. Scheißjob. Weil man am nächsten Morgen aufsteht, in der Boulevardpresse dazu lesen muss und dann einen Verein dafür bestrafen muss, dass einer von zigtausenden Zuschauern im Affekt etwas geworfen hat was hunderte andere von zigtausenden Zuschauern an jedem Wochenende werfen, was im Stadion verkauft wird und was jetzt einmal getroffen hat, wofür der Fan nichts kann, genauso wenig wie die hunderten minus eins von Zuschauern pro Wochenende nichts dafür können dass sie nicht getroffen haben. Und es gibt einen deckungsgleichen Präzedenzfall aus Stuttgart, nicht von den reichen Schwaben sondern von denen die in der zigtausendsten Liga spielen, und die hatten ein Geisterspiel, und damit werden zigtausende von Fans und ein Verein für etwas bestraft was ein Einzelner getan hat und woran ihn niemand hindern konnte. Und auch dieser Einzige wird sich jetzt so unsagbar elend fühlen, denn jeder der mal im Stadion war hätte sicher gerne auch mal was geworfen, für eine Zehntelsekunde, er hatte nur nichts in der Hand, mehr Kontrolle über sich oder er hat, wie hunderte andere jedes Wochenende, nicht getroffen. Und dann folgt man dem Präzedenzfall und die Leute vom Verein, die jede Strafe akzeptieren wollten, begründen ausführlich und öffentlich, warum sie diese Strafe nicht akzeptieren wollen. Und wie man es macht, macht man es verkehrt. Scheißjob.

Es wird Zeit, an die Kaderplanung für die kommende Saison zu gehen. Das klingt blöd, weil Volker Finke natürlich nicht auf mich hört und weil der Klassenerhalt trotz sieben Punkten Vorsprung noch nicht gesichert ist. Aber er ist in etwa so sicher wie die Meisterschaft von Borussia Dortmund. Gute Voraussetzungen also.

1. Die Zöpfe

Einige Spieler werden den 1. FC Köln nach der Saison verlassen, wahrscheinlich aber nicht solche, die riesige Lücken hinterlassen – mit einer kleinen Ausnahme.

Petit wird gehen, das ist mittlerweile sicher. Nach drei sehr soliden Jahren wird er sicher mit kölschen Ehren verabschiedet, auch wenn seine Leistungen in den letzten Monaten stark nachließen. Nationalmannschaftsmeriten auf den Briefkopf, Briefmarke drauf und ab nach Dubai oder so. Damit fehlt ein solider Abräumer, der nicht mehr Stamm spielte.

Innerlich verabschiedet habe ich mich auch von Mato Jajalo, was äußerst schade ist. Ein Jahr war er aus Italien ausgeliehen, eine Kaufoption existiert, liegt aber wohl bei 3 Millionen Euro. Zu viel für uns und einen Spieler, der wunderbare Anlagen zeigt aber den Durchbruch noch nicht vollkommen geschafft hat. Was hat sich Meier bei diesem Leihvertrag gedacht? 3 Millionen hätte Köln nie für ihn aufbieten könnten. Europa League eingeplant oder was? Mit Jajalo wird ein Stamm-Sechser fehlen, der allerdings durch Matuschyk ersetzt werden kann – der ist ebenfalls beidfüßig und jung.

Willi Sanou wird wohl auch gehen. Dass er hier ist, ist überhaupt ein Treppenwitz. Sein Vertrag in Köln wäre im Sommer 2010 ausgelaufen, hätte man ihn nicht schon im Januar 2010 loswerden wollen – deshalb wurde er ein Jahr zu Volker Finke nach Japan ausgeliehen, und damit das funktionierte, wurde der Vertrag um ein Jahr verlängert. Versteht keiner, und jetzt trainiert Sanou fleißig und wird doch nie wieder eine Chance bekommen, weil es bei ihm einfach nicht für die erste Liga reicht. Tendenz: Liga 2, wenn er sich verpokert noch drunter.

Mir blutet das Herz bei der Vorstellung, Fabrice Ehret gehen zu lassen. Sein Vertrag verlängert sich nur, wenn er bei den verbliebenen sieben Spielen sechs Mal auf dem Platz steht. Gegen Nürnberg war er nicht einmal im Kader. Ich würde ihn behalten wollen, weil er ein loyaler und fleißiger Linksaußen ist, den man immer reinwerfen kann – zudem ein perfekter Konterspieler.

Nicht leicht wird die Aufgabe, Konstantinos Giannoulis loszuwerden. Ich tue mich immer noch schwer mit dem Namen, weil man ihn nie schreiben musste. Dieser Mann ist schlicht ein Phantom, er hat nie gespielt, ist oft verletzt und wird auch in fittem Zustand hinter Eichner, Salger und Ehret als Linksverteidiger geführt. So nimmt er nur Kaderplatz weg.

Ähnlich sieht es bei Sebastian Freis aus: Nach guten Jahren in Karlsruhe und einem passablen Jahr in Köln ist er jetzt kaum noch einsetzbar, weil er auf allen seinen Positionen deutliche Defizite besitzt. Er ist nicht mehr so schnell wie zu Anfang, er hat sämtlichen Torinstinkt verloren, Technik und Spielübersicht hatte er nie. Tendenz: Abgeben, um jeden Preis. Als ablösefreier junger deutscher Spieler mit guten Torwerten wird sein Gehalt nicht niedrig sein.

2. Die Lücken

In der ersten Elf gibt es genau eine Lücke: Die des linken Mittelfeldspielers. Dort spielt derzeit Christian Clemens, der zwar ein Goldjunge ist und uns sicher viel Freude bereiten wird, aber der nicht konstant genug spielt und zudem auf rechts stärker ist. Adil Chihi ist Linksfuß, war rechts aber auch meist besser. Für das rechte Mittelfeld haben wir also Peszko, Clemens, Chihi, in dieser Reihenfolge. Auf links fehlt der klare Stammelfkandidat. Es wird nicht leicht, einen Spieler für diese Position zu finden, weil das Geld knapp ist. Ein Leihgeschäft wäre unter Umständen möglich, damit hat beispielsweise der 1. FC Nürnberg gute Erfahrungen gemacht – allerdings verschiebt dies das Problem nur um ein Jahr. Ein Jahr, in dem sich der Verein finanziell konsolidieren, sich weiter seinen Namen als stabiler Erstligaclub machen, für sich mit einer guten Entwicklung werben könnte. Auch in die zweite Liga zu gucken lohnt sich: Da hat sich Mainz mit Zoltan Stieber aus Aachen leider einen Spieler geholt, den ich auch gerne in Köln und auf der Position im linken Mittelfeld gesehen hätte. In Augsburg läuft der Vertrag von Ibrahima Traoré aus, der öfter mit Stuttgart in Verbindung gebracht wurde – gut möglich, dass dieser Wechsel ebenfalls schon durch ist, mit Stuttgarter Gehältern dürfte Köln außerdem nicht mithalten können.

3. Den Blick auf den Platz: Doppelt zu besetzende Positionen

Nach den Stammkräften gibt es einige Lücken. Am besten junge, ambitionierte Spieler, die auf der Bank nicht motzen, sondern sich anstrengen und Druck auf die erste Elf ausüben. Hier sehe ich vor allem drei Positionen.

Das defensive Mittelfeld. Gehen Petit und Jajalo, sitzt hinter Lanig und Matuschyk nur der blutjunge Yabo auf der Bank, der bislang nicht restlos überzeugt hat. Mindestens ein Spieler muss hier kommen. Die Spatzen pfeifen schon, dass es Marco Höger aus Aachen wird, ein 21 Jahre alter Sechser, den ich nur aus zwei Facetten kenne: Er hat ein Tor gegen 1860 München gemacht und wird in Köln gehandelt. Keine U-Nationalmannschaft. Stammspieler in Aachen. Man wird sehen.

Rechtsverteidiger. Eigentlich war Miso Brecko der Bankkandidat, als er geholt wurde. Dann entzündete sich der Herzmuskel von Ümit Özat, und seitdem ist er der alternativlose Außenverteidiger, denn Andrezinho erfüllt die Erwartungen nicht. Und plötzlich macht Brecko das in dieser Rückrunde richtig gut. Dennoch: Einer reicht nicht, und man kann, falls er fehlt, nicht immer nur auf gelernte Innenverteidiger wie Christopher Schorch zählen, die höchstens mal bis zur Mittellinie vorstoßen. Bienvenue Basala-Mazana rückt zwar nach, hat sich bisher aber noch kein bisschen aufgedrängt. Eine 1-A-Möglichkeit wäre, Julian Koch in Dortmund auszuleihen. Der war als Leihspieler bester Duisburger der Saison und wird in Dortmund Owomoyela und Pisczcek vor sich haben. Ein Jahr Köln könnte ihm gut tun. Finde ich.

Im Sturm fehlt jegliche Alternative zu Milivoje Novakovic. Der trifft derzeit schön und regelmäßig, aber ausschließlich zuhause. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Saison 2011/12 wird aber sein, sich auswärts zu stabilisieren, außerdem wird Novakovic nun auch nicht jünger. Das Aufgabenprofil des Schaefer-Stürmers ist klar: Torriecher, kopfballstark, Bälle halten, Räume reißen. Das schließt beispielsweise für mich einen Helmes-Heimkehrer bei Wolfsburger Abstieg aus. Choupo-Moting könnte sich gemütlicher an einem funktionierenden Fax versuchen, spielt aber auch nur noch Regionalliga mit der HSV-Reserve. Ein ebenso risikobehafteter, aber günstiger Kandidat könnte Markus Rosenberg sein, der im Sommer nach Bremen zurückkommt und dann sicher wieder abgegeben werden soll – ebenso wäre unter Umständen eine Leihe von Marcus Berg aus Hamburg möglich. Man wird sehen.

4. Spielen, spielen, spielen – die Leihkandidaten

Spielpraxis ist mehr, als jede Woche 90 Minuten länger Fußball zu spielen als die Banksitzer. Spielpraxis heißt Rhythmus, Selbstvertrauen, Erfahrung. Die kann auch der 1. FC Köln nicht allen seinen Spielern bieten. Die U23 kann zwar etwas auffangen, aber die vierte Liga ist dann doch nicht das Optimum. Deswegen würde ich persönlich gerne mehr Spieler ausleihen.

Allen voran: Taner Yalcin. Der zeigt nämlich alle Ansätze, irgendwann unser Ballverteiler in der ersten Liga zu werden, hat auf der 10 derzeit aber Lukas Podolski vor sich, und es wäre ein Wunder, könnte er den in der Sommervorbereitung verdrängen. Hust. Andere Positionen sind für ihn schwierig, auf der Sechs ist er defensiv zu schwach, auf den Flügeln aufgrund mangelnder Schnelligkeit ebenso verschenkt wie damals Thomas Broich. Ab in die zweite Liga, ein Jahr Stamm spielen.

Alexandru Ionita hat bisher in Köln bis auf die Sommervorbereitung nichts gezeigt, was die 1,5 Mio Ablöse rechtfertigt. Sein Selbstvertrauen dürfte weg sein. Dabei bin ich mir sicher, dass er mal ein guter Bestandteil des Kaders werden dürfte. Am Besten gleich im Paket mit Yalcin runter.

Miro Varvodic hat mediokre Leistungen gezeigt, als Faryd Mondragon ausgemustert war. Trotzdem gab es schon im Sommer Interesse eines vom kicker nicht genannten spanischen Erstligisten. Wir haben keine Probleme, wir haben Rensing und in der Hinterhand Kessler, aber es schadet nie, seine Alternativen im Wettkampf zu testen. Es gibt sicher Zweit- bis Drittligisten, die ihn nehmen würden.

Christopher Schorch sollte im Winter ausgeliehen werden, wollte aber nicht weg ohne zu wissen woran er ist. Osnabrück war wohl interessiert. Bleiben die drin, können sie ihn sicher brauchen. Und hätten mit Nickenig und Schöneberg dann eine schöne Ex-FC-Abwehr.

5. Long story short: Meine Aufstellung zur kommenden Saison, erste Elf und Reserve:

————Novakovic———–
–Neu——Podolski—–Peszko–
——Matuschyk——Lanig——
-Eichner-Mohamad-Geromel-Brecko-
————Rensing————-

——–Choupo-Moting——–
-Ehret—–Clemens—-Chihi-
———Höger-Yabo———
-Salger-Pezzoni-McKenna-Neu-
————Horn————

Viele Punkte später

März 17th, 2011

Ich bin mal wieder so sporadisch. Ich habe gute Entschuldigungen. Gebrochene Schultern (Mutter), entzündete Mandeln (Dame), nochmal entzündete Mandeln (ich), daraufhin mit unglaublich heißer Nadel geschriebene Hauptseminarsarbeit (George Ellery Hale und die Gründung des National Research Council). Jetzt gehts weiter, auch hier.

Diese Saison ist weiterhin merkwürdig. Der 1. FC Köln spielt zuhause zeitweise fantastischen Fußball, auswärts wird es auch langsam besser. Mit Ausnahme von Borussia Dortmund können wir gegen wohl jede Bundesligamannschaft derzeit punkten, wenn auch desöfteren Glück dabei ist. Und trotz allem sind wir nur vier Punkte von der Relegation entfernt. Niemand konnte mit dieser Heimsiegesserie rechnen, und trotzdem sind wir noch nicht auf dem Sprung zum Klassenerhalt. Das hier ist eine wirklich merkwürdige Saison. Die wir hoffentlich mit ähnlich viel Bravour abschließen wie wir die Rückrunde begonnen haben.

Es gäbe soviel aufzuarbeiten, es gäbe die Transfers des Sommers zu prophezeien, aber dafür ist es gerade einerseits zu schön und andererseits zu unsicher. Wer geht, wenn wir drinbleiben? Petit, Sanou, vielleicht Freis, wohl Jajalo. Wer geht, wenn wir absteigen? Rensinggeromelmohamadeichnerpetitlanigjajalopeszkopodolskinovakovic. Mindestens. Das ist grade sowas von Hopp oder topp hier. Hoffen wir, dass die da unten die Substanz nicht (wieder)finden. In meiner selbstgetippten Abschlusstabelle steigen übrigens Gladbach und Frankfurt ab, Pauli geht in die Relegation. Wir auf Platz 13. Wie sehr ich damit leben könnte.

public history.

Februar 14th, 2011

In der 86. Minuten durfte sich der teure Mann des Spiels seinen verdienten Applaus abholen, für ihn kam eines der hoffnungsvollen FC-Talente, die der Trainer durch Kurzeinsätze an die Bundesliga heranführen wollte. Zoran Tosic verließ den Hannover Platz, für ihn brachte Zvonimir Soldo Daniel Brosinski.

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass der 1. FC Köln zuletzt vier Tore in einem Spiel schießen konnte, und doch wirkt es wie aus einer völlig anderen Welt, nicht nur weil damals noch Leute wie Manasseh Ishiaku, Faryd Mondragon, Pierre Womé und Maniche auf dem Platz standen. Plötzlich ergibt sich so etwas wie eine Perspektive. Das von Soldo ewig unerfüllte Versprechen, das behutsame Aufbauen, das solide sportliche Arbeiten, das Konzept, das Einbinden junger Spieler, es wird in Ansätzen sichtbar mit einem Trainer, der eigentlich schon immer da war und der besser als wohl jeder andere nach Köln passt. Der wenig Aufhebens macht, der den Verein und die Zuschauer kennt und fast immer den richtigen Ton trifft. Egal wie diese Saison ausgeht, Schaefer muss Trainer bleiben, da bin ich felsenfest von überzeugt.

15 Spieler im aktuellen Kader stammen aus der eigenen Jugend, davon sind mit Clemens, Podolski und Matuschyk drei absolute Stammspieler. Gestern standen sieben Eigengewächse im FC-Kader, und davon keiner als reiner Auffüllspieler. Es tut sich was in Köln, und ich bin froh, das mit ansehen zu können. Dabei sind mit Yabo und Yalcin die beiden hochgelobten Talente sogar etwas außen vor – Clemens und Matuschyk waren dagegen in der U23 nie die Spieler, denen man am ehesten den Durchbruch zutrauen würde.

Ich habe gegen Mainz mit einer krachenden Niederlage gerechnet. Zu verlockend waren die Tabellenrechenspiele, wie hoch man mit einem Sieg steigen könnte – außerdem tat sich das Team gegen gut eingestellte Gegner immer viel schwieriger als gegen Starensembles wie den FC Bayern München. Und doch hat es geklappt, und das hochverdient – auch wenn Müller, Tuchel und co das hinterher zurückwiesen und von einem ausgeglichenen Spiel sprachen oder gar davon, dass sich der FC nach den Führungstreffern nur noch hinten reingestellt hätte. Was für ein himmelschreiender Blödsinn. Dieses Spiel hätte gut und gerne 7:2 ausgehen könnten, hätte Fuchs nicht mit einem Weltklassetackling vor Peszko gerettet, hätte Podolski 10 cm weiter nach rechts gezielt, hätte Müller nicht seine Reflexe. Mainz kam zu Chancen, wenn der FC Fehler machte, so beim 1:1-Ausgleich, als Matuschyk einen aussichtslosen Ball zur Vorlage verlängerte, so beim 4:2, als Peszko den Ball unnötig verlor, so kurz vor Ende, als Miso Brecko hoffte, mit einer Maradona-Einlage seine Leistung krönen zu können. Ansonsten war das eine gute Leistung von ausnahmslos allen Spielern, und alleine das ist ja schon schön.

Wir stehen jetzt dem Relegationsplatz nach unten ebenso nahe wie der jetztigen Position von Eintracht Frankfurt. Wir sind vom direkten Abstiegsplatz weiter entfernt als vom FC Schalke, von Mönchengladbach so weit wie vom SC Freiburg. Es ist alles drin in dieser Restsaison, positiv wie negativ. Nur macht es mir wieder Spaß, an meinen Verein zu denken.

Endlich mal wieder: Noten.

Rensing (3) – Eichner (1), Mohamad (3), Geromel (1), Brecko (2) – Matuschyk (3), Lanig (1) – Clemens (1,5), Podolski (1), Peszko (2) – Novakovic (1) – Petit (3), Pezzoni (3)

Das erwartete Spiel

Februar 6th, 2011

Gegen Bayern kann man mal verlieren. Gut, als ich las dass Robben zuhause bleibt hatte ich kurz Hoffnung, aber natürlich ist die individuelle Qualität der Münchener immer noch zu hoch. Da hilft dann auch kein Lamentieren über die abstruse Fehlentscheidung, Badstuber auf dem Platz zu lassen. Einen Gomez kann man nicht komplett abmelden, bei Altintops Schuss passte einfach alles. So ist das halt. Da muss man jetzt mit dem Schwamm drüber und weitermachen. Weiterhin vor Gladbach, Wolfsburg und Bremen immer noch in Schlagdistanz.

Torschüsse

Januar 29th, 2011

St. Pauli 30

1. FC Köln 3

Leckt mich am Arsch.

Proudly powered by WordPress. Theme developed with WordPress Theme Generator.
Copyright © Sportteil. All rights reserved.