Fans des Chemnitzer FC haben gestern gezeigt dass die Dummheit des Menschen nicht zu bändigen ist und haben den Dresdner Stürmer Mickael Poté mit Affenlauten beleidigt. Strafe #1 folgte noch kurz vor der Pause, als Poté genau vor der Kurve der Blöden ein Tor schoss, Strafe #2 wird der DFB sicher bald aussprechen – es wird wohl eine Geldstrafe geben, auch wenn ich mir einen Teilausschluss dieses Blockes wünschen würde.
Es gibt aber ein weiteres Ärgernis, das nicht eine anonyme, amorphe Masse des Publikums betrifft sondern einen der Öffentlichkeit verpflichteten Multiplikator: Reporter Eik Galley vom MDR. Sein Kommentar der Sportschau-Zusammenfassung im Wortlaut:Dieser Mickael Poté, immer präsent, wunderschön angespielt. Und diese Präsenz ärgerte einige Verpeilte im Chemnitzer Block. Denn diese Szene hat ein akustisches Nachspiel. Poté, dann Pentke, und jetzt hören sie mal.
Da mischen sich einige Affengeräusche, vereinzelt zwar, in den Chor, aber Poté hat sie natürlich gehört. Geboren im französischen Lyon, seine Vorfahren stammen aus dem Benin, er ist sichtlich angegriffen.
Und nach Ende des Spiels:
Für ein Nachspiel wird die 17. Minute sorgen, die Ausfälle gegen den Franzosen Mickael Poté sind einfach nicht hinnehmbar.
Hier stellt sich die Frage, welchen relevanten Hintergrund der Geburtsort Potés haben soll. Er könnte in Australien, Kanada oder eben auch dem Benin geboren sein, Rassismus bleibt Rassismus bleibt scheiße. Die ausdrückliche Wortwahl “Der Franzose Poté” signalisiert: Ihr beleidigt hier einen Schwarzen, obwohl der gar nicht aus Afrika kommt. Was das bedeuten soll, so unbeabsichtigt und minimal es ist, soll mir mal einer erklären.

August 21st, 2012 - 13:15
Mehr noch: Wenn Galley sagt, »diese Präsenz ärgerte einige Verpeilte im Chemnitzer Block«, dann rationalisiert er den Rassismus unzulässigerweise und verharmlost ihn damit. Der Mob hat die Affenlaute ja nicht deshalb von sich gegeben, weil er sich über Potés Stärke *geärgert* hätte, sondern ausschließlich deshalb, weil dieser Spieler eine dunkle Hautfarbe hat. Rassismus hat mit dem konkreten Verhalten der Angegriffenen nichts zu tun, sondern ist einzig und allein eine gedankliche Eigenleistung der Rassisten.
Auch der Begriff »Verpeilte« ist daneben, denn das Wörtchen bezeichnet normalerweise Menschen, die ein bisschen durcheinander, chaotisch und vergesslich sind, ansonsten aber durchaus liebenswert. Hier geht es jedoch um widerwärtige Rassisten.
August 21st, 2012 - 15:00
Das hat mich auch gestört, ich konnte es nur in der kurzen Zeit die ich für diesen Post hatte nicht so gut formulieren. Deswegen habe ich es als Zitat dringelassen. Danke.