Überübermorgen geht es los, mit gleich mehreren Premieren. Erstmals habe ich eine Dauerkarte, erstmals fahre ich in einer Liga zweigleisig, erstmals spielt der SV Sandhausen in der zweiten Liga. Ich freue mich auf diese Saison.
Beide Vereine haben in der Sommerpause einiges richtig gemacht. Der SV Sandhausen hat sich klug und billig verstärkt und den Verlockungen der großen Namen (Charisteas, nech) nicht nachgegeben. Der 1. FC Köln hat das finanziell risikoreiche Signal gesetzt, Spieler wie Geromel, Novakovic und Rensing auszusortieren bevor man einen Käufer für sie gefunden hatte. Das senkt jede Ablösesumme und führt zu Etatproblemen, zeigt aber umso deutlicher: Hier wird jetzt Umbruch gemacht. Das finde ich gut. Und selbst wenn man in der Startelf am Sonntag zahlreiche dienstältere Spieler sieht: Das sind nicht die hochbezahlten Minderleister der letzten Saison sondern Spieler, denen man zutraut, ihren Zenit erst noch zu erreichen.
In Sandhausen ist Aufbruchstimmung zu spüren. Der kicker schreibt von 800, die Rhein-Neckar-Zeitung von 1500 Dauerkarten. 1500 Zuschauer waren teilweise in der letzten Saison insgesamt nicht bei Heimspielen. Jeden Tag kann man Baufortschritte am Stadion sehen und ich freue mich auf Gespräche mit Gästefans, die noch nie am Hardtwald waren. Kann man irgendwo sonst in Liga 2 noch Stehplätze an der Mittellinie sehen?
Für Sandhausen, klar, geht es gegen den Abstieg. Gegen den Verein spricht sein Etat und die geringe Zweitligaerfahrung. Für den Verein spricht, dass er, im Gegensatz zu vielen anderen Aufsteigern, nicht von ein bis zwei Knipsern abhängig ist sondern im letzten Jahr mannschaftlich geschlossen aufgetreten ist.
Für den FC geht es meiner Meinung nach nicht um den Aufstieg, dafür hat man im Vergleich zu anderen Clubs (zum Glück) zu wenig investiert. Wie kann Hertha diese Spieler eigentlich alle bezahlen? Ich bin fasziniert. Wie dem auch sei: Ich sehe den FC in den nächsten Jahren in einer ähnlichen Lage wie 1860 München: Mit Hypotheken der Vergangenheit, großer Tradition und einer wirtschaftsstarken Stadt irgendwo in der oberen Tabellenhälfte landen. Und langsam etwas aufbauen, mit dem man Nachhaltigkeit erreichen kann. Ich würde es mir wünschen.

August 2nd, 2012 - 16:19
Am Millerntor kannste auch noch an der Mittellinie stehen… sonst fällt mir auch kein weiteres Zweitligastadion mit der Möglichkeit ein