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Unwackelpudding

September 18th, 2011

Meine lieben Leute, bin ich denn der einzige mit etwas Vernunft in Sachen Schiedsrichterentscheidung? Ich, der gerne auch bei tadellosen Leistungen von Drees und co Blutdruckprobleme bekommt? Ganz ehrlich, kommt mal runter.

So könnte das jetzt weitergehen. Gerade Doppelpass geguckt (ein Fehler, der mir immer noch zu oft passiert). Dort, ebenso wie in Sportschau und Sportstudio, werden die Fouls von Podolski und Schürrle auf eine Stufe gestellt. Wie man auf diese Idee kommen kann, ist mir völlig schleierhaft. Also hier noch mein Senf zu den Fouls

Szene 1: Lukas Podolski und André Schürrle beharken sich an der Seitenlinie. Schürrle bekommt den Ball unter Kontrolle. Podolski denkt, er würde ihn links rauslegen und möchte ihn wegtreten, derweil Schürrle den Ball rechts rauslegt. Folge: Podolski tritt Schürrle mit enormer Wucht gegen die linke Wade. Das sieht nicht schön aus und ist zwingend Gelb. Das hat aber mit Sicherheit nichts mit einer Tätlichkeit zu tun, die so mancher herbeihalluziniert. Warum es die gelbe Karte nicht gab, ist eine gute Frage.

Szene 2: Christian Eichner bekommt beim Stand von 3:1 an der Mittellinie den Ball. Schürrle sprintet heran, grätscht rechts Bein voran und linkes angewinkelt zum Ball, trifft diesen offenbar auch leicht und haut gleichzeitig Eichners linkes Bein genau auf Höhe des Fußgelenkes. Wohlgemerkt, Eichners Standbein. Jeder, der nur mal im Park Fußball gespielt hat, kann sich vorstellen wie fies das ausgeht. Schürrle ist sicher kein Treter und Absicht unterstelle ich ihm sicher nicht, aber sobald er so grätscht hat er keine Kontrolle mehr darüber ob er nur den Ball wegspitzelt oder dafür sorgt, dass Christian Eichner die nächsten sechs Monate kein Training am Ball absolviert.

Das dazu; zum Spiel. Man kann jetzt sagen, dass “DAS_SYSTEM funktioniert”. Man kann auch sagen, dass Lukas Podolski endlich mal wieder funktioniert hat. Auch ihm muss jetzt mal klar werden, dass die Mannschaft gut spielt wenn er es tut, und dass er gut spielt sobald er Kilometer frisst und sich Räume schafft. Das ist kein Hexenwerk, sondern einfach nur Arsch hoch und Arbeitsmoral zeigen. So antiquiert das klingen mag.

Es wäre schön, diese Elf sich so einspielen zu sehen, aber am siebten Spieltag werden wir die siebte Abwehrkette sehen. Die Verletzung von Pedro Geromel ist ein Schlag für das Team, die Defensive und den Trainer. Die FC-Spieler, die in der Innenverteidigung eingesetzt werden können, sind: Sereno, McKenna, Pezzoni, Jemal, Eichner. Sereno gefiel mir als Rechtsverteidiger gut, dürfte aber jetzt wieder in die Zentrale rücken, wohl neben McKenna, der gestern auch solide spielte. Heißt: Andrezinho außen. Das ist wackelig.

Wo wir gerade bei wackelig sind: Das Schönste, neben dem Ergebnis und den Punkten, am gestrigen Spiel war die Unwackeligkeit. Dieser FC ist seit der vorletzten (!) Aufstiegs(!)saison wackelig. Ob in Liga 1 oder Liga 2, unter Rapolder, Latour, Daum oder Soldo, immer war das Team fragil und ließ sich leicht verunsichern. Und als Rolfes gestern das 3:1 schoss rechnete ich schon mit einem Doppelpack von Sidney Sam. Aber der FC stand weiter sicher. Man sah Selbstbewusstsein. Wunderbar.

Rensing (3) – Jemal (3), Geromel (2), McKenna (3), Sereno (2) – Jajalo (2), Riether (2) – Peszko (3), Chihi (4) – Podolski (1), Novakovic (1)

2 Responses to “Unwackelpudding”

  1. GEIL und scheiße | Spielfeldrand - Das Magazin

    [...] nach einem Derby (bzw. einer Derbyniederlage) weiter gemosert wird, ist normal und gehört wohl dazu. Allerdings sollte es fair bleiben und objektiv. Erst recht [...]

  2. arthurfriedenreich

    Tach, finde man hat gerade bei dem Podolski-Tritt genau gesehen, dass der Kerl da einfach den Frust über die ganzen Nationalelf-Schlagzeilen in einen gezielten Beinschlag gesteckt hat. An der Grundlinie geht man doch nicht ohne besondere Intention so kompromislos rein, oder.
    beste grüße

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