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Robin Schmidt allez allez

September 9th, 2011

Es ist nun schon eine Woche her, aber die Eindrücke möchte ich trotzdem gerne weitergeben. Dem FC-Trikotsponsor sei dank spielte am vergangenen Freitag der 1. FC Köln fünf Radminuten von meiner Haustür entfernt beim Drittligisten SV Sandhausen ein Testspiel, von dem ich auch live getwittert habe.

Mir geht es hierbei nicht um einen umfangreichen Spielbericht, den man eh auf der Seite des Heimvereins nachlesen kann. Die Niederlage ist im Prinzip zu verschmerzen, es ging ja nur um individuelle Eindrücke. Daher hier etwas zu ausgewählten Spielern.

  • Miro Varvodic: Anfangs unsicher, später unsicher. Wenn er viel aufs Tor bekommt, kann er schön fliegen, ansonsten nie so stabil wie ich das von einer Bundesliga-Nr. 2 erwarte. Ich hätte gehofft, eine Halbzeit Timo Horn sehen zu können.
  • Mitchell Weiser: Auf ihn war ich am meisten gespannt. Der Junge darf ja immer noch nicht ohne Aufsicht Auto fahren und riecht jetzt Profiluft. In der ersten Halbzeit spielte Weiser (unter der Aufsicht seines Solbakken vertretenden Vaters) als Rechtsverteidiger und tat das, so hart das klingt, miserabel. Immer etwas zu weit weg vom Gegner, völlig überfordert von Tempowechseln oder dem immer wieder hinterlaufenden Sandhausener Linksverteidigers Sören Halfar. Zudem stimmte offensiv die Abstimmung mit Chihi selten, was aber kein Wunder ist. In der zweiten Hälfte wechselte Weiser auf den linken offensiven Flügel und wurde plötzlich zur Offenbarung: Tempodribblings, gute Pässe, Raumverständnis. Für die Abwehr derzeit keine Option, falls es personaltechnisch auf den Flügeln mal brennt eine bessere Option als beispielsweise Freis.
  • Sereno und Geromel: Hier im Block abgefertigt. Ich weiß nicht ob das in der Müngersdorfer Größe immer unterging, aber Geromel ist ja eine ganz schöne Kante. Früher war der doch ein ziemliches Hemdchen? Da ist ordentlich Physis dazugekommen. Die Innenverteidigung ließ sich viel zu oft durch simple Schnittstellenpässe übertölpeln und verschuldete direkt alle drei Gegentore. Da bin ich tatsächlich ratlos – obwohl beide Innenverteidiger gerade in der zweiten Hälfte früh Bälle antizipierten – sobald es an den Strafraum geht wird es gefährlich.
  • Buchtmann: Der zweitmeisterwartete Spieler für mich. Immerhin Topspieler der U17 in der damals auch ein Götze wirbelte. Im linken Mittelfeld aufgestellt und vom Sandhausener Sievers regelmäßig abgemeldet. Immerhin beidfüßig, aber ohne große Gestaltungsmöglichkeiten. Eher enttäuschend, aber auch erst 19 Jahre alt.
  • Chihi: Bester Mann beim FC, wenn nicht auf dem Platz. Immer anspielbar, immer gefährlich, gut im 1:1. Mit Schuhen, die noch in Kilometern Entfernung sichtbar waren. Er scheint sich zu fangen. Schön!
  • Freis: Lange verletzt gewesen, das merkt man ihm an. Tatsache ist: Ich habe keine einzige gute Aktion von ihm gesehen. Kaum ein Pass von ihm kam an, kaum einen Pass zu ihm konnte er sauber annehmen. Ich will jetzt nicht ins übliche Freis-Bashing einstimmen, aber wenn sein Vertrag nicht verlängert wird kann Freis froh sein, wenn er nicht eine Benschneider-Karriere hinlegt. Der war bis zum Sommer in Sandhausen und hält sich jetzt bei der Spielergewerkschaft fit.
  • Ionita: Noch länger verletzt gewesen als Freis und doch so viel weiter. Holte sich die Bälle teilweise direkt bei den Innenverteidigern ab, ging gutes Tempo, schoss mit dem 1:1 einen Freistoß aus 20 Metern ins Tor, den auch in Liga 1 keiner gehalten hätte. Nimmt offenbar den Konkurrenzkampf an und bewirbt sich als Podolski-Backup. Gut so.
  • Robin Schmidt: A-Jugendlicher, Mittelstürmer, 1,92m groß, ließ sich dazu hinreißen beim Aufwärmen den vier Betrunkenen im FC-Block seinen Namen mitzuteilen. War hochmotiviert, ging in viele Kopfballduelle, die er aber meist verlor, weil er gefühlt 60kg wiegt und sein Gegner Marco Pischorn gut 20 Kilo mehr Muskeln hat. Auch am Boden wuselig, hatte eine sehr starke Aktion und verpasste einmal nur knapp das Tor. Muss sicher noch viel arbeiten, sollte aber im Blickfeld bleiben.

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