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Holpriger Titel, aber immerhin den Siegtorschützen ebenso untergebracht wie eine Hommage an Muff Potter.

Wer hätte das gedacht. Ohne Novakovic und Podolski läuft alles besser. Kaum fallen beide aus, schießt der FC in 200 Minuten 7 Tore und holt 6 Punkte. Ein Sebastian Freis zeigt plötzlich, dass er Fußball spielen kann. Ein Maniche schießt sein erstes Tor für den FC. Ein Petit stellt die Räume zu und ein Womé spielt fast fehlerlos.

Einzig: Das läuft alles nur auswärts. Da, in der Auswärtstabelle, steht der 1. FC Köln auf Platz 6. Vor dem HSV, vor Hoffenheim, vor Mainz, vor Mönchengladbach und vielen anderen. Zuhause dagegen hat man wieder Schiss vor Pfiffen, vor Druck und dem Express. Oder so. Ich erwarte jedenfalls nichts  für den kommenden Samstag, wenn es gegen den angeschlagenen HSV geht.

Das Spiel heute war zunächst einmal typisch. Soldo hatte im Vorfeld verlauten lassen, man habe gewisse Schwierigkeiten der Eintracht bemerkt, das Spiel selbst zu gestalten. Also versuchte der FC, die Frankfurter genau dazu zu zwingen. Was insofern funktionierte, dass es nur wenige Chancen gab, auf FC-Seite sogar kaum eine nennenswerte.

In Hälfte 2 wurde es dann beidseitig besser – weil beide merkten, dass drei Punkte ne verdammt gute Sache wären.

Das letzten Endes der FC das 1:0 schoss, verdankt er Marco Russ und Sebastian Freis. Freis, weil er von links schön in die Mitte zog und statt den halbgaren Abschluss zu suchen in die Mitte legte. Und Russ, weil er davon so überrumpelt war, dass Maniche den Ball freistehend am Elfmeterpunkt annehmen und, ganz ladylike, per Außenrist ins Tor bugsierte.

Das 1:1 dagegen musste wieder nach einer Ecke fallen. Das ist mittlerweile besorgniserregend, wie anfällig man bei Standards ist. Fünf der letzten sechs Gegentore fielen nach Standards, das dürfte einen Spitzenwert darstellen.

Den Siegtreffer besorgte dann wiederum Marco Russ. Was man dabei nicht vergessen darf, ist dass Petits Freistoß zuvor sehr gut geschossen war – Nikolov war nicht umsonst auf dem Weg in die falsche Ecke.

Es bleiben Erkenntnisse haften. Mondragon ist wieder auf Hinrundenniveau angekommen und macht Freude. Maniche ist auf der offensiven zentralen Position mittlerweile ziemlich gut aufgehoben. Aber am wichtigsten: Zoran Tosic zeigt das, was ich mir von ihm erhofft habe. Ein bisschen Arschlochattitüde, aber vor allem kleine Geistesblitze und schöne Dribblings. Genau das hat uns noch gefehlt. Noch 14 Spiele hat er, um uns Freude zu machen. Hoffen wir, dass das klappt.

24 Punkte sind es jetzt, sieben Punkte vor dem Relegationsplatz. Und wenn man sich Hannover und Hertha anguckt, dazu noch Freiburg und auch Nürnberg, dann dürften die das da unten unter sich ausmachen. Bis dahin gilt es, die Konzentration zu wahren. Und nicht in Panik zu verfallen, wenn es in den nächsten Wochen nicht so einfach läuft. Immerhin heißen die Begegnungen in den nächsten Wochen: HSV, Schalke, Stuttgart, Leverkusen, Bayern. Es wäre sehr ungünstig, aber keine Schande, da punktlos rauszugehen.

Immerhin gibt es dazwischen noch ein Highlight. Am 10. Februar spielt man in Augsburg um die Halbfinalteilnahme im DFB-Pokal. Nicht auszudenken was passiert, wenn wir das gewinnen. Nicht unmöglich, das zu verlieren. Augsburg ist ne gute Mannschaft. Aber dazu später mehr.

Die Noten, mal wieder: Mondragon (3) – Womé (4), Mohamad (3), Geromel (3), Brecko (3) – Petit (2), Pezzoni (3) – Yalcin (4), Maniche (2,5), Chihi (3), Freis (2,5)

One Response to “Wenn Fußball ein Schlachtfeld ist, dann ist das hier dein Russland”

  1. Der Grund für den Kölner Höhenflug | Spielfeldrand - Das Magazin

    [...] Sportteil “Das ist bitter. Nachdem es angefangen hatte zu schneien, war der Ball glitschig und hat sich anders verhalten als sonst. Er ist mir über den Kopf gerutscht, als ich klären wollte”, erklärte Russ jene spielentscheidende Szene in der 84. Minute. [...]

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