Aus irgendeinem Grund denke ich immer, Boenisch käme aus der Jugend von 1860 München. Er kommt von Schalke 04 und wechselte dann für damals ungewöhnlich hoch scheinende 3,5 Millionen Euro zu Werder Bremen. Da war er diese Saison im Prinzip Stammspieler auf der Linksverteidigerposition, das aber hauptsächlich deswegen, weil sein einziger Konkurrent Dusko Tosic hieß.
Boenischs Flanken können einen in den Wahnsinn treiben, dafür ist er schnell, groß, was bei vorrückenden Innenverteidigern auch immer wichtiger wird und defensiv meist sicher. Seine Beidfüßigkeit ist dabei ein Vorteil, denn wenn Not am Mann ist, kann er auch nach rechts rüberrücken. Die Flexibilität ist aber auch ein Problem, denn nirgendwo ist er so überragend, dass man nicht an ihm vorbeikäme – nach seiner Verletzung im ersten EM-Spiel konnte ihn Marcel Schmelzer gleichwertig ersetzen.
Prognose: In der A-Nationalelf wird Boenisch nie eine Rolle spielen, dafür ist die nahezu gleich alte Konkurrenz mit Jansen und co zu übermächtig. Vielleicht geht es für ihn ja doch noch nach Polen, unser Nachbarland dürfte sich jedenfalls freuen.
