Bis zur Sportschau und dem Aktuellen Sportstudio habe ich gehofft, und ich wurde nicht enttäuscht: Die Spieler von Energie Cottbus beschwerten sich, dass der 1. FC Köln nur hinten drin gestanden hätte und destruktiv spielte. Das konnte ja nur bedeuten, dass man Cottbus mit den eigenen Waffen geschlagen hatte.
Christoph Daum hatte die Idee, mit der Taktik zu starten, mit der man den VfB Stuttgart in der Hinrunde mit 3:1 besiegt hatte, dem Tannenbaumsystem 4-3-2-1. Das sah so aus:
-----------Novakovic----------- -------Ehret--------Radu------- ----Pezzoni--Petit--McKenna---- -Matip-Mohamad--Geromel-Brecko- -----------Mondragon-----------
Dabei war McKennas Aufgabe, lange Cottbuser Bälle per Kopf abzufangen und im Bedarfsfall als dritter Innenverteidiger die chronische Luftunterlegenheit bei Flanken in den Strafraum auszugleichen. Pezzoni und vor allem Petit stellten die Räume im Mittelfeld zu und sollten dann möglichst schnell nach vorne spielen, wo Ehret steil gehen konnte und Novakovic als Vollstrecker ebenso wie als Ableger für Radu fungieren konnte. Sieben Defensivspieler auf einmal, das macht schläfrig.
Das System funktionierte einerseits sehr gut, weil man zu Null spielen konnte, andererseits schonte es natürlich nicht gerade die Nerven – Cottbus hatte tatsächlich gute Chancen und fast 63% Ballbesitz im Spiel, in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit sogar unfassbare 80%. Nach vorne ging, aber das war wohl auch durchaus so beabsichtigt, kaum etwas. Nach einer Viertelstunde hatte Milivoje Novakovic sage und schreibe zwei (2!) Ballkontakte. Hätte man mich zur Halbzeit gefragt, hätte ich nicht auf einen Sieg des FC gewettet. Aber es kommt halt doch oft anders als man denkt. Das 1:0 nach einem Distanzschuss von Petit, den Tremmel nicht festhalten konnte, spielte in die Karten, der Elfmeter wenige Minuten später ebenso. Über den haben sich die Cottbuser hinterher noch beschwert, was ich abstrus finde – wenn dem Toptorjäger, der genau in der Flanke steht, der untere Trikotrand bis in den Nacken gezogen wird, ist das ein Foul. Punkt. Schön übrigens die Bundesliga-Bildregie, die mit einem Freistoß für Cottbus rechnete und ein paar nichtssagende Zeitlupen zeigte und beinahe die Vollstreckung des Strafstoßes verpasste.
Wie dem auch sei. Wer auswärts 2:0 gewinnt, kann das nicht völlig unverdient getan haben. Cottbus war zu blöd, die teilweise großartigen Chancen (Skela kurz vor Schluss) reinzumachen und wir haben Milivoje Novakovic. Der hat jetzt 14 Tore, was weiterhin fast die Hälfte aller 29 FC-Treffer ist. Und der FC hat 32 Punkte. Warum jetzt plötzlich, nach 3 Punkten mehr, alle vom Klassenerhalt reden, ist mir schleierhaft, aber gut. Das Restprogramm hat es in sich, auf dem Papier sind außer Hannover und Bochum keinerlei Vereine mehr schlagbar, obwohl man ja schon bewiesen hat, die Großen (Stuttgart, Schalke, Bayern) ärgern zu können. Dennoch ist außer Wolfsburg (wir sind weiter die einzigen, die ihnen 2009 Punkte abnehmen konnten!) und Bayern noch alles an Topvereinen auf unserem Spielplan. Aber 10 Punkte auf die Relegation und Gladbach sind ein schönes Polster. Entspannen darf man, lässig werden nicht.
Achja, eine Sache noch: Mondragon. In der Form darf er noch ein Jahr bleiben. Er hat die Punkte festgehalten gestern. Danke dafür.
Die Noten:
Mondragon (1,5) – Matip (4), Geromel (3), Mohamad (3), Brecko (4) – Pezzoni (3), Petit (3), McKenna (2) – Ehret (4), Radu (6) – Novakovic (2)

Mai 4th, 2009 - 18:10
was ist den fuppes?
männer..