Sportteil

Treten und Betretenwerden

Dezember 10th, 2008

Es war ein Spiel für Regelkundler, definitiv. Nach 50 Sekunden hätte Roda Antar vom Feld gemusst, als er Alex Silva die Bänder im Fuß anriss – dogfood sprach via Twitter von “Beinbruch”, so schlimm war es zum Glück nicht. Dennoch klarer Feldverweis, was ich aber erst im Nachhinein so sehe, von S1 aus wirkte das wie ein normales Tackling.

Kurze Zeit später durfte Pierre Womé einen indirekten Freistoß aus fünf Metern Torentfernung auf Trochowskis Hand dreschen, weil Frank Rost (wieso habe ich da grade erst ‘Frost’ geschrieben?) einen Rückpass von Jerome Boateng mit der Hand aufnahm.

Mitte der ersten Halbzeit dann wurde es eng für einen der beiden Linienrichter, weil er sich am Fußgelenk verletzt hatte – eine Kurzbehandlung der Kölner Physios rettete ihn vor der Auswechslung gegen den (Mönchengladbacher) Vierten Offiziellen. Übrigens ein Moment großer Heiterkeit, als während der Behandlung plötzlich ein Fan mit Krücken nahe zum Spielfeldrand kam und wild gestikulierend seine Gehhilfen anbot (ein Foto vom Angebot konnte ich bislang leider nicht finden).
Ansonsten war es eine Niederlage. Die vierte in Folge. Klingt übel, war aber gegen Werder Bremen, die TSG Hoffenheim, Hertha BSC und den Hamburger SV. So leids mir tut, alles Spitzenvereine, auch Bremen, trotz Formkrise (wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Almeida die 120 km/h Arnd Zeigler oder sonstwem im Stadion ins Gesicht geballert will ich gar nicht spekulieren). Kein großer Grund zur Sorge, auch wenn es sich jetzt häuft, höchstens dadurch, dass uns ein ähnliches Schicksal in der Rückrunde blüht – es gilt, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern, damit es nicht am 34. Spieltag zu einem Endspiel gegen den VfL Bochum kommt. Am Samstag geht es darum, die magischen 20 Punkte zu erreichen und nicht mit fünf Niederlagen in den Winter zu gehen.

Überhaupt, es gibt viel Arbeit. Zuordnung bei Ecken, so mal als Beispiel. Die gelten, glaube ich, bei FC-Gegnern mittlerweile als veritabler Elfmeterersatz, so anfällig sind wir da mit dem im Kopfball nicht so überdurchschnittlichen Geromel, den eher klein geratenen Mohamad  und Petit sowie den immer für eine Gedankenpause zu habenden Womé und Pezzoni. Und Mondragon, klar. Der wird immer mehr zum Restrisiko auf der Linie – das färbt ab, und so verliert er auch immer mehr an Status. Aber was tun? Hildebrand geht angeblich nach Hoffenheim, da bewegt sich nix. Kessler kann ich mir nicht so recht vorstellen in der Bundesliga, Varvodic soll noch nicht so weit sein. Ach, Mist.

Immerhin: Broich durfte jetzt zum zweiten Mal spielen und entpuppt sich wiederum als kleine Kampfsau. Eigentlich macht er genau das, was Antar nicht kann oder will – rennen, kämpfen, durchbeißen. Leider hat Antar weiter einen Bonus und darf zentral offensiv spielen, während Broich auf Rechtsaußen verschenkt wird, dafür ist er zu langsam, zu wenig beidfüßig zu wenig.. ach, zu wenig Flügelspieler halt. Antar dürfte aber seine Chancen derzeit verwirkt haben, wenn er nicht in Bochum auf die Sechserposition wechselt, um den gelbgesperrten Petit zu ersetzen

Überhaupt, Petit. Der Kerl ist platt, der braucht jetzt mal Weihnachten. Soll er kriegen. Im Januar gehts weiter, und da sehen wir klarer. Zum Beispiel, ob Ümit wiederkommt, den Brecko nicht gleichwertig ersetzen kann. Und ob Ishiaku mit einer richtigen Vorbereitung das einlöst, was er in der zweiten Hälfte versprechen konnte. Ob wir dann endlich mal mit zwei Stürmern spielen. Und ob Geromel operiert werden muss. Bis dahin sind es noch 90 Minuten, und da muss mindestens ein Punkt her. Gerne drei. Und was fürs Torverhältnis kommt auch noch auf meinen Wunschzettel. Puh.

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