Sportteil

Den Dino zu Gast

Dezember 6th, 2008

Morgen gehts wieder in die Kälte. Gegen Hoffenheim war es übel, morgen wird es sicher nicht besser. Immerhin geht es gegen einen mir sympathischeren Gegner, den HSV.

Obwohl, das wird sich sicher wieder schnell ändern. Wie beim letzten Heimspiel gegen Hamburg. Da war ich noch schnell pinkeln, als Sinkiewicz in der dritten Minute das Eigentor zur Niederlage schoss*, und danach spielte nur noch der FC.  In der 78. Minute drückte dann Christian Springer, Gott habe seine Fußballprofileben selig, den Ball zum 1:1 über die Linie, das Tor wurde (zu Recht) wegen Abseits nicht anerkannt. Zu Unrecht gab es für den damaligen HSV-Profi Khalid Boulahrouz keine Karten wegen zweimaligen klaren Handspiels im Strafraum. Nach 93 Minuten war es vorbei, ich saß in S1 auf zusammengeknüllten Geißbockechoresten, rauchte eine rote Gauloises und sagte zu Paul “Das wars”. Das war zu dem Zeitpunkt noch nicht definitiv, aber schon ziemlich sicher. Der nächste Abstieg, und keiner wusste, wie es weitergehen soll, so ohne Podolski.

Das war am 29. April 2006. Beim Hinspiel am 3. Dezember in Hamburg waren zwei Dinge passiert, die das moderne Bild des FC negativ prägen sollten. Zum einen zeigte Innenverteidigungsrambo Alpay seine falsche Seite (neben der der Langsamkeit und des mangelnden Spielverständnisses), als er Guy Demel seinen Ellenbogen ins Gesicht rammte (und dafür nachträglich drei Spiele gesperrt wurde). Zum anderen die mitgereisten Fans. 54. Minute, Ecke Beinlich, Kopfballverlängerung Barbarez, Lauth aus nächster Nähe per Fuß, 2:0 für den HSV, erst das zweite Tor für das damas hoffnungsvolle Talent in der Saison, er rennt zum Publikum, seine Mitspieler hinterher. Blöderweise rennt er zur einzigen Ecke des Stadions, in der Kölner stehen, reckt den tobenden Gegnern die Faust entgegen, einige drehen durch, werfen Gegenstände, einer trifft, dummerweise einer, der einen Drumstick dabei hatte. Alexander Laas, heute in Bielefeld, blutet stark, wird von Daniel van Buyten vom Platz getragen, eines der Bilder der Hinrunde.Am Abend zeigt der Bericht des Aktuellen Sportstudios im ZDF eine kleine Ewigkeit einen völlig unbeteiligten FC-Fan mit einer Trommel, der später eine Gegendarstellung erwirken wird – sein Bild ist aber heute noch im Internet zum Thema zu finden.

Jetzt geht es wieder gegen den HSV, der sich in letzter Zeit nicht davon freimachen konnte, durchaus mit Glück Punkte geholt zu haben.  Und dazu der FC, der sich selbst durch Konzentrationsmängel wieder in Gefahr bringt. Beispiel Womé: Der beste Linksverteidiger im FC-Trikot seit langem, wären da nicht diese haarsträubenden Flüchtigkeitsfehler, die so oft zu Gegentoren führen. Oder Kevin Pezzoni, der sich vielleicht etwas darauf ausruht, mit 19 Jahren schon so oft solide gespielt zu haben. Es bleibt die Hoffnung auf die paar Momente in denen Novakovic schön angespielt wird, oder auf Manasseh Ishiaku, der endlich fit ist. Und darauf, dass es morgen nicht zu kalt ist.

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