Sportteil

Abgangsfazit

November 15th, 2008

Ein Großteil der Hinrunde ist vorbei, die Beurteilung der Neuzugänge der Bundesligavereine setzt so langsam ein. Schon spannend, aber in Köln eigentlich unnütz. Geromel und Petit stechen qualitativ heraus, Willi Sanou war lange verletzt und ist bislang eher Mitläufer (und Saltohüpfer), Ishiaku hat noch kein Pflichtspiel bestritten. Spannend, in Köln generell, ist, wie sich die Abgänge schlagen. Denn wir haben eine lange Tradition von Spielern, die bei uns Graupen waren und im Rest der Nation plötzlich groß aufspielten. Pröll, Streit, Federico, die Liste ist lang. Also hier, die Abgänge nach der Aufstiegssaison und ihr bisheriger Saisonverlauf:

Patrick Helmes

Muss man nicht viele Worte drüber verlieren. Einer der größten Verluste der neueren FC-Geschichte, eigentlich vielleicht sogar der größte, weil im Gegensatz zu den letzten Nationalspielern Podolski und Sinkiewicz in Topform über den Rhein gegangen. 11 Scorerpunkte, 9 Tore für Bayer Leverkusen schon jetzt. Man stelle sich vor, er wäre hier geblieben. Köln wäre schon implodiert. Fazit: Unersetzlicher Verlust.

Salvatore Gambino

Ein typisches ewiges Talent. Schöne Anekdote, dass er mal bei einem internationalen Jugendturnier zum vielversprechendsten Talent gewählt wurde, während der nun bei Arsenal London stammspielende Bacary Sagna außen vor blieb. In Dortmund setzte er sich nicht durch, in Köln fing es mit einem Tor im DFB-Pokal gegen Schalke gut an und hörte dann abrupt auf. Spätestens mit der Verpflichtung des auf seiner Position im spielerisch sehr ähnlichen Nemanja Vucicevic war seine Geschichte beim 1. FC Köln vorbei. Er wechselte nach Koblenz, und nicht nur ich prophezeite ihm da eine erfolgreiche Zukunft. Und dann das: am 31.7. verletzte sich Gambino am Knie und hat bisher noch kein Spiel für Koblenz gemacht. Vielleicht kann man im Januar mit ihm rechnen, zu gönnen wäre es ihm. Fazit: Besser für Verein und Spieler, dass er weg ist.

Aleksandar Mitreski

Der stille Aufstiegsheld. In der letzten Saison völlig unauffällig, aber solide auf der Position im defensiven Mittelfeld, spätestens mit der Verpflichtung von Petit aber, so leid mir das tut, überflüssig, zumal für seine Position als Defensivallrounder mit Matip und Pezzoni zwei bereit standen, die jünger und deutscher waren (jetzt mal wegen Local Player, ne!?). Im letzten Moment ging er ablösefrei nach Nürnberg, was zunächst mal sauer aufstieß, denn zu verschenken haben wir nur Kevin Schöneberg, der aber geblieben ist. Zwei Spiele für Überraschungszweitligarumkrebser Nürnberg, danach Bandscheibverletzung, Ausfall bis auf weiteres. Ich traue ihm aber einen Stammplatz in Nürnberg zu. Fazit: Wäre in Köln höchstens Bankdrücker.

Dieter Paucken

War Torwart Nummer 3, mit 25 Jahren auch langsam zu alt für die Reservemannschaft. Dann kam leihweise das Talent Miro Varvodic nach Köln, und für Paucken war kein Platz mehr. Der Vertrag wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst, er hält sich in Koblenz fit, vielleicht findet er im Winter einen neuen Verein. Zu gönnen wäre es dem Schützen des Tores des Monats September 2006. Fazit: In Köln völlig ohne Zukunft.

Alpay

Man muss ihm zugute halten, dass er sich fair verhalten hat. Er war aussortiert worden, weil er als Innenverteidiger keinerlei Einsatzanspruch anmelden konnte, er hatte Daum öffentlich kritisiert, eine Geldstrafe bekommen, er war in die zweite Mannschaft versetzt worden. Und dann hat er sein nicht gerade geringes Gehalt freiwillig gesenkt, obwohl er seinen Vertrag einfach hätte aussitzen können. Eigentlich war klar, dass er jetzt seine Karriere beenden würde. Jetzt hat er ein Probetraining bei den New York Giants absolviert. Warum nicht? Aber in Deutschland: Keine Chance. Fazit: Hätte schon vor einem Jahr weggemusst.

André

Wurde kurz vor Ende der Transferphase nach Brasilien ausgeliehen, zunächst einmal bis zum 31. Dezember. Wie er sich da schlägt? Schwer zu sagen. Tore hat er jedenfalls noch nicht geschossen, sein Verein Clube Nautico Capibaribe steht auf einem Abstiegsplatz. Vielleicht bin ich zu blöd, Dinge über ihn herauszufinden, es ist jedenfalls schwer. Er scheint seine Einsatzzeiten zu bekommen. Fazit: Ich wäre nicht traurig, wenn Nautico die Kaufoption zieht.

Maynor Suazo

Er hatte es sehr schwer, in die Mannschaft zu kommen, drehte dann in den letzten Spielen, als es plötzlich um seine Zukunft ging, völlig auf, spielte im defensiven Mittelfeld hart, kompromisslos und sicher. Antalyaspor wollte eine siebenstellige Ablöse für ihn, das wollte man in Köln verständlicherweise nicht zahlen. Zum Glück. Stattdessen kam Petit ablösefrei. Bei Antalyaspor zurück scheint er derzeit keine große Rolle zu spielen. Fazit: Für weniger Geld hätte man ihn behalten können, ein Verlust ist er aber nicht.

Leave a Reply

Proudly powered by WordPress. Theme developed with WordPress Theme Generator.
Copyright © Sportteil. All rights reserved.