Die Geschichte mit SportBild und dem FC Bayern geht weiter: Nachdem vor einer knappen Woche der Deutsche Journalistenverband den FC Bayern deutlich kritisiert hatte, und dabei durchaus gute Argumente vorzubringen hatte, meldet jetzt der Spiegel vorab aus der Printausgabe, dass der gesamte Verein vorerst die SportBild boykottiert:
In einem Brief an die Chefredaktion – von den Spielern unterzeichnet – hat die Mannschaft erklärt, dass sie vorläufig nicht mehr mit Redakteuren des Blattes reden wird. Grund: “Sport Bild” hatte seitenweise Auszüge aus dem Vertrag von Bastian Schweinsteiger veröffentlicht. Die Chefredaktion mag sich zu dem Brief nicht äußern.
Es läuft jetzt also alles darauf hinaus zu sehen, wer den längeren Atem hat. Die SportBild, die sicher noch einige Dinge im Giftschrank liegen hat und wirklich gut darin ist,”Volkes Stimme” zu imitieren, oder der FC Bayern, der anscheinend versucht, ein eigenes Mediensystem aufzubauen, was natürlich problematisch wäre im Sinne der kritischen Berichterstattung (wo diese überhaupt noch stattfindet, liebe ARD-Sportredaktion). Ich tippe da mal auf den FC Bayern. Die SportBild ist für die Erhaltung ihrer Auflage auf Titelgeschichten des Rekordmeisters angewiesen, Dinge wie die Veröffentlichung von Schweinsteigers Vertrag wurden aber allgemein eher negativ aufgenommen. Zieht man noch hinzu, dass der Verein auch sportlich gerade wieder die Kurve kriegt und im Winter ja vielleicht noch ein, zwei wirklich gute neue Spieler hinzukommen, dürfte es für SportBild bald schwierig werden, nur mit vermeintlichen Enthüllungsgeschichten ohne offizielle Statements hinterherzukommen.
