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Oft verliert man (als FC-Fan) ein Spiel, und es versaut einem das Wochenende. Immer wenn man ein Derby verliert (als FC-Fan), versaut es einem das Wochenende. Am Freitag abend ging es mir erstaunlich gut, trotz einer 2:0-Niederlage gegen Bayer Leverkusen.

Natürlich mag mich die Zukunft strafen (ich grüße mich schon einmal, wenn ich das hier nach dem 34. Spieltag nachlese), vielleicht fluche ich, weil uns der eine Punkt eines erkämpften Unentschiedens gefehlt hat, allein: In diesem Moment halte ich diese Niederlage für im Zeitpunkt perfekt. Man hat drei Spiele gewonnen, eines davon gegen Schalke unerwartet, zwei (davon das “wichtigere” Derby) unerwartet souverän. Es hat sich eine Startelf gefunden, die Ansätze von Spielkultur zeigt und in der jeder für den anderen läuft. Neun Punkte aus drei Spielen, das klingt gut, und jetzt: Derby II, Bayer Leverkusen, die, die uns Helmes geklaut haben, und Sinkiewicz, die quasi in den letzten Jahren alles richtig gemacht haben was bei uns falsch lief. Und die jetzt Kandidaten für UEFA-Cup und Champions League sind. Sollte man in deren Baustellenstadion gewinnen, wäre die Hinrunde perfekt, man wäre zufrieden.

Insofern ist es richtig und wichtig, jetzt verloren zu haben. Aber halt: Nicht FC-verloren, schamlos untergegangen, durch kollektive indidivuelle Fehlerketten und vollständige Demonstration taktischer Unterlegenheit, sondern verloren, wie es einem in der Bundesliga passieren kann: Gegen einen individuell besseren Gegner, durch zwei Standardsituationen, aber so, dass in den Spielberichten hinterher steht, dass sich die andere Mannschaft erst Mitte der zweiten Halbzeit etwas aus den Zwängen der taktisch cleveren Kölner befreien konnte.

Zu hoffen bleibt, dass Christoph Daum keine voreiligen Schlüsse aus der einen Begegnung in der Vorbereitung für das Heimspiel am Mittwoch gegen Dortmund zieht und die Freitag schwachen Fabrice Ehret und Nemanja Vucicevic auf den offensiven Flügeln aus der Mannschaft nimmt. Beide haben bei den zuletzt siegreichen Spielen bewiesen, dass sie der Mannschaft mehr helfen als man es ihnen zugetraut hätte. Zudem hat sich gezeigt, dass der offenbar im Training großartige Adil Chihi zum Pflichtspiel derzeit keinerlei Bindung findet. Roda Antar zeigt eine aufsteigende Formkurve, die nun langsam auch mal ein Tor verdient hätte, seine Distanzschüsse aus 30 Metern könnte er allerdings lassen. Kevin Pezzoni ist die junge, entwicklungsfähige und sinnvolle Ergänzung zum ebenso unauffälligen wie großartigen Petit im defensiven Mittelfeld, über die Innenverteidigung schwärme ich schon genug. Über Faryd Mondragon kann man im Moment nichts sagen, weil er so gut wie nichts zu tun hat, an den beiden Gegentoren war er völlig schuldlos, ansonsten wurde er nie großartig geprüft. Was bitte nicht noch einmal passieren sollte, war die Einwechslung von Kevin McKenna in der 81. Minute als hoch anspielbarer Mittelstürmer. Da sind wir nun wirklich lange genug zum Glück weg von, McKenna darf gerne als dritter Innenverteidiger auf Einsätze warten, gegen ein entsprechendes Angebot in der Winterpause ist er aber sicher auf zur Abfahrt freigegeben. Wobei dann natürlich noch ein neuer Innenverteidiger kommen müsste.

Problematisches zeigte sich im Fanblock: Als Bayers Kadlec eine Ecke treten wollte, warf irgendein Idiot mit Feuerwerkskörpern auf ihn. Wenn das so weiter geht, bekommen wir irgendwann ein Geisterspiel. Das ist auch nicht zu entschuldigen durch jetzt aufkommende Berichte von völliger Inkompetenz Leverkusener Ordner und Sicherheitsleute sowie systematische Schlechtbehandlung der Auswärtsfahrer. Böller werfen geht einfach nicht, auch der Werfer dürfte den Fall von Georg Koch mitbekommen haben, der wahrscheinlich deswegen seine Karriere beenden muss.

Am Mittwoch geht es wie gesagt gegen Dortmund weiter, ich bin endlich wieder im Stadion und sehr gespannt – heute konnte der BVB gegen Hertha auch nicht wirklich überzeugen. Drei Punkte, und ein weiterer Schritt Richtung Hinrundensoll wäre erfüllt. Ich bin zuversichtlich.

Die Noten:
Mondragon (4) – Wome (4), Mohamad (2), Geromel (3), Brecko (3,5) – Petit (2), Pezzoni (3) – Ehret (5), Antar (4), Vucicevic (5) – Novakovic (4)

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