Nun ist es ja im Moment nicht so, als würde ich beim Fußball groß leiden – drei Siege in Folge, vor Bayern und Bremen, Gladbachs Trainer rausgeschossen, aber ich weiß, dass wieder schlechte Tage kommen. Und dann braucht man Erinnerungen, um zu wissen, warum man den Scheiß mitmacht (bei meiner ersten Auswärtsfahrt gewann Dortmund durch einen Elfmeter von Lars Ricken, ich schätze mal, sein letztes Tor überhaupt). Gerade habe ich mir nochmal mein Aufstiegstorvideo aus der letzten Saison angeguckt, und obwohl dort nur positive Ereignisse zu sehen sind, spiegelt es doch die ganze Saison wieder, weil ich weiß, in welchen Situationen die Tore gefallen sind – man denke nur an die Niederlage in Wehen, an die Pleite in Aachen etc. Aber dann wird es immer besser, Daums Taktik, in den letzten Spieltagen da zu sein, ging auf, und alles mündete in den vorletzten Spieltag, der zu den schönsten Tagen meines Lebens gehört, da bin ich was Pathos angeht völlig schmerzfrei. Roda Antars völlig uncooler, jenseits jeder Kontrolle ejakulierender Torjubel gehört zu diesen Momenten, in denen man weiß, wozu Fußball gut ist.
