Sportteil

Hype! Gegenhype! Meckern!

Oktober 18th, 2007

Derzeit scheint das Podolski-Bashing wieder in Mode zu kommen. Eine Entgegnung.

Jetzt kommen sie alle wieder aus ihren Löchern, die Zweifler, Nörgler, Kritiker. Angefangen mit dem FC Bayern-Vorstand, der offenbar über Druck versucht den Spieler zu motivieren über zahlreiche (Bayern-)Fans bis hin zu den Journalisten die jetzt wieder die ollen Kamellen auspacken: Dass Nürnbergs Kießling den Bayern-Scouts als Kauf lieber gewesen wäre, weil sie in ihm das größere Talent vermuteten, dass Podolski nur gegen kleine Gegner träfe, dass er sich von Köln nie verabschiedet hätte.

Das mag alles mehr oder weniger zutreffen, aber: Der Junge ist 22 Jahre alt. Er war ewige Monate verletzt. Er bekommt kaum Spielpraxis (die auch ein Kießling bei der Vereinskonkurrenz nicht bekäme). Und vielleicht ist er halt auch einfach nicht der Typ Stürmer, der in eine zu jeder Zeit dominierende Mannschaft wie den derzeitigen FC Bayern passt – dass er nicht der Zweikampfgott ist wusste man auch schon in Köln. Bloß konnte man sich dort so auf ihn einstellen, dass er freigespielt wurde. Denn wenn Podolski, und das macht ihn so wertvoll, einmal in irgendeiner Weise frei zum Schuss kommt, und sei es aus 20 Metern, dann ist der Ball meistens kurze Zeit später im Tor.

Dass das im Moment und eigentlich seit er in München ist nicht funktioniert ist schade, und insgeheim haben die Kölner die Hoffnung auf ein Leihgeschäft im Winter noch nicht aufgegeben – immerhin würde Bayern so keinen direkten Konkurrenten stärken.

Natürlich muss unser Lukas noch eine Menge lernen. Aber vielleicht sollte man auch einfach ein bisschen Verständnis für einen haben, der vor genau vier Jahren noch in der A-Jugend spielte und von dort innerhalb eines halben Jahres zum Kölner Publikumsliebling, Nationalspieler und Liebling der Nation wurde. Vielleicht sollte er auch einfach feststellen, dass München zur Entwicklung eines jungen Mannes nicht das beste Pflaster ist, vielleicht sollte er sich auch durchbeißen. Ihn fallenzulassen hieße aber einen Spieler mit bestmöglichen Voraussetzungen wegzuwerfen.

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