Als HSV-Fan ist man Piotr Trochowski oft genug Leid. Er dribbelt (sich fest), flankt (ungenau) und schießt (in die Wolken). Und wenn Romeo Castelen wieder fit ist, dürfte dieser die Position auf der rechten Seite einnehmen und auch gegen Publikumsliebling und Kampfmaschine dürfte Trochowski im Moment kaum eine Chance haben.
Doch in den nächsten zwei Wochen könnte sich an dieser Situation etwas ändern, da Spielgestalter, Torschütze und Halbgott Rafael van der Vaart sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat und vermutlich 2-3 Wochen ausfallen wird. Die große Chance für Piotr Trochowski? Mal wieder, möchte man sagen. Zu oft hatte er sie eigentlich und wanderte danach trotzdem wieder häufig genug auf die Ersatzbank.
Warum ich diesen Text hier trotzdem schreibe? Natürlich weil ich mich freue, dass ein HSVer im Kader für die Europameisterschaft spielen könnte. Aber auch, weil der gestrige Grottenkick gegen die Tschechen (die sogar ohne ihren besten Mann Jar….. Rosicky angetreten sind) bewiesen hat, dass Trochowski mitnichten der unfähigste Mann im deutschen Mittelfeld ist. Beide Torchancen in der ersten Hälfte kamen durch seine Flanken zustande und wenn die Plinse aus Gelsenkirchen (Entschuldigung, aber den einen muss man doch machen!), einen gelungenen Kopfball produziert hätte, wäre das vielleicht alles ganz anders gelaufen. So allerdings musste Trochowski zur Pause raus – eigentlich unverständlich, wenn man sich anschaut, was die Herren Schweinsteiger und vor allem Odonkor in der ersten Halbzeit geleistet hatten.
Natürlich zeigt Piotr Trochowski im Moment nicht, warum er eines der größten deutschen Mittelfeldtalente gilt. Aber so schlecht, wie ihn alle so oft reden möchten, ist er mit Sicherheit auch nicht.

